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Nachfolger von Achim Thiel : Bereswill wird neuer Frankfurter Polizeipräsident

Neuer Polizeipräsident in Frankfurt: Gerhard Bereswill Bild: Schmitt, Felix

Frankfurts neuer Polizeipräsident steht fest: Mit Gerhard Bereswill steht nach langer Zeit wieder ein Polizist an der Führungsspitze der Polizei. Vorgänger Achim Thiel wird am Dienstag verabschiedet.

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          Die Entscheidung über den neuen Frankfurter Polizeipräsidenten ist gefallen. Wie das hessische Innenministerium mitteilte, soll der bisherige Vizepräsident Gerhard Bereswill die Behörde künftig leiten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bereswill gehörte von Anfang an zu den Favoriten, weil er das Polizeipräsidium seit Jahren kennt und den bisherigen Behördenchef Achim Thiel, der mehrfach vorübergehend aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen war, auch bei öffentlichen Auftritten vertreten hatte. Zudem gilt der 56 Jahre alte Polizeibeamte als integer und genießt innerhalb der Behörde, aber auch im Innenministerium einen hervorragenden Ruf.

          Viele Beamte im Polizeipräsidium haben sich Bereswill als neuen Chef gewünscht. Allerdings hatten bis zuletzt nur wenige mit einer solchen Entscheidung gerechnet, weil es innerhalb der Polizei nicht üblich ist, den stellvertretenden Präsidenten an die Spitze zu setzen. Dass Bereswill früher oder später aber aufgerückt wäre, wenn auch als Leiter eines anderen Präsidiums, hielten viele für wahrscheinlich.

          Ruhige und engagierte Art

          Dass es nach monatelanger Sondierungsphase nun eine Entscheidung gegeben hat, war abzusehen. Denn am Dienstag wird der derzeitige Präsident, Achim Thiel, nach neun Jahren im Amt in den vorläufigen Ruhestand verabschiedet. Er hatte im Mai Innenminister Peter Beuth (CDU) darum gebeten und gesundheitliche Gründe angegeben. Unklar ist noch, wer nun als Vizepräsident folgen soll.

          Bereswill ist seit Oktober 2010 im Amt. Er war Sabine Thurau gefolgt, die als Behördenchefin ins Landeskriminalamt wechselte. Als Thiels Stellvertreter war er unter anderem für die Personalentwicklung in Hessens größtem Polizeipräsidium zuständig. Wie aus weiten Teilen der Behörde zu hören ist, wird er vor allem für seine ruhige, aber engagierte Art geschätzt. Er könne auf Bürger zugehen und sei intern ein zuverlässiger Ansprechpartner. Anders als andere leitende Beamte in der Polizei treffe er Entscheidungen niemals vorschnell, sondern immer durchdacht, heißt es. Zudem ist er aber auch deshalb in besonderem Maß anerkannt, weil er als „einer aus den eigenen Reihen“ gilt, als Polizeibeamter, der selbst jahrelang unterschiedliche Behörden und Abteilungen kennengelernt hat.

          Seine Laufbahn begann Bereswill 1974 beim Bundesgrenzschutz, bevor er 1978 zur Landespolizei nach Hessen wechselte. Bis 1983 versah er seinen Dienst auf unterschiedlichen Revieren in Darmstadt, 1984 begann er die kriminalpolizeiliche Ausbildung. Anschließend war er beim Kriminaldauerdienst in Darmstadt tätig, dann absolvierte er das Studium zum gehobenen Dienst. Er wurde stellvertretender Leiter des Rauschgiftkommissariats im Polizeipräsidium Darmstadt, bevor er in den höheren Dienst wechselte und die Leitung des Mobilen Einsatzkommandos in Frankfurt übernahm.

          Bevor Bereswill zum Polizeivizepräsidenten in Frankfurt ernannt wurde, war er unterschiedlichen Abteilungen des Landeskriminalamts tätig und führte den Abteilungsstab im Polizeipräsidium Westhessen, das seinen Sitz in Wiesbaden hat. Zudem war er von November 2005 an Referent im Präsidialbüro des Landespolizeipräsidiums.

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