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Nach Todesfahrt in Frankfurt : Mit Schnellblitzer gegen Raser in der Stadt

Neuzugang: Ein mobiler Blitzer im Frankfurter Ostend an der Sonnemannallee – dort hatte im Herbst ein Raser einen tödlichen Unfall verursacht Bild: Maximilian von Lachner

Im November hat ein Raser im Frankfurter Osten mit seinem SUV einen Radler und einen Fußgänger erfasst und getötet. Nun greift die Stadt mit einem mobilen Blitzer ein. Dem Ortsbeirat genügt das nicht.

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          Auf der Sonnemannstraße im Ostend von Frankfurt werden Raser jetzt ausgebremst. Die städtische Verkehrspolizei hat am Mittwoch eines ihrer beiden mobilen Schnellblitzgeräte, sogenannte Enforcement Trailer, aufgestellt. Seit Donnerstag wird an der vierspurigen Straße stadteinwärts kontrolliert. Anlass, genau dort Temposünder aufzuspüren, ist der tödliche Unfall, den ein Raser im November 2020 verursacht hatte. Der Fahrer eines SUV hatte vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, war von der Fahrbahn abgekommen und hatte einen Fußgänger sowie einen Radfahrer erfasst und tödlich verletzt. Eine weitere Passantin überlebte schwer verletzt.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Unglück hat die Diskussion über zu schnelles Fahren auf der Sonnemannstraße und der weiterführenden Oskar-von-Miller-Straße neu entfacht. Überhöhte Geschwindigkeiten auf dem gut ausgebauten Straßenzug entlang der Europäischen Zentralbank, einer der wichtigsten innerstädtischen Ost-West-Verbindungen, haben in der Vergangenheit wiederholt zu Klagen von Bürgern des Ostends geführt. Unmittelbar nach dem Unfall hatten Anwohner eine Online-Petition gestartet, die inzwischen von fast 5800 Personen unterzeichnet worden ist. Darin fordern sie Tempo 30 für Oskar-von-Miller- und Sonnemannstraße sowie Geschwindigkeitskontrollen.

          Schnellblitzer reicht Ortsbeirat nicht

          Auch der zuständige Ortsbeirat hat sich in dieser Woche noch einmal mit dem schweren Unfall beschäftigt. Einstimmig sprachen sich sämtliche Fraktionen dafür aus, die Verkehrssicherheit auf der Strecke zu erhöhen. Überwachungsanlagen und Tempobeschränkungen seien das Gebot der Stunde. Ein solcher Unfall dürfe sich nicht wiederholen. Ein Anwohner, Initiator der Online-Petition, berichtete dem Beirat, wie seine Frau den Unfall miterlebte: „Wir sind alle traumatisiert.“

          Geht es nach dem Willen des Ortsbeirats, reicht der jetzt aufgestellte Blitzer nicht. Die Fraktionen fordern weitere Geschwindigkeitskontrollen sowie ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern tagsüber und Tempo 30 in der Nacht. In Frankfurt gibt es mehr als 30 genehmigte Standorte, an denen die Verkehrspolizei ihre Schnellblitzer jeweils mehrere Tage lang aufstellen darf.

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