https://www.faz.net/-gzg-7ya1q

Nach Protesten : Fragida-Demonstration steht auf der Kippe

Doch nicht am Main? Der Frankfurter Pegida-Ableger will eine Demonstration wie diese in Dresden nur abhalten, wenn das Sicherheitsrisiko es zulässt. Bild: AFP

Nach massiven Protesten gegen das erste Fragida-Vorbereitungstreffen erwägt AfD-Mitglied Hans-Peter Brill, die geplante Demonstration doch nicht anzumelden. Das Risiko für Ausschreitungen könnte zu groß sein.

          2 Min.

          Nach dem fehlgeschlagenen Treffen potentieller Fragida-Organisatoren erwägt das AfD-Mitglied Hans-Peter Brill, die ursprünglich von ihm geplante Demonstration abzusagen. Es werde am Freitag ein Gespräch mit der Polizei geben, sagte er am Dienstag. Darin werde es vorrangig darum gehen, ob eine Fragida-Demonstration in Frankfurt ungestört stattfinden könne oder ob Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten zu befürchten seien. Sollte sich herausstellen, dass das Risiko dafür zu groß sei, werde er eine Demonstration unter dem Namen Fragida – „Frankfurt gegen die Islamisierung des Abendlandes“ – nicht anmelden wollen, so Brill.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Montagabend noch hatte Brill mitgeteilt, es werde weitere Treffen geben, um Fragida-Veranstaltungen zu planen. Nach den jüngsten Gegenprotesten wolle er einen „neuen und geeigneteren Treffpunkt“ suchen, um „ungestört und nicht unter Polizeischutz“ seine Demonstration planen zu können. An dem Treffen hatte am Montag hatte auch ein NPD-Mitglied teilgenommen.

          Unterdessen distanzierte sich des hessische AfD-Landesvorstand per Mitteilung vom Versuch Brills, „in Zusammenarbeit mit einem NPD-Funktionär eine Veranstaltung unter dem Namen Fragida in Frankfurt vorzubereiten und durchzuführen“. Eine Zusammenarbeit der AfD mit der NPD sei „in allen Feldern der politischen und gesellschaftlichen Betätigung ausgeschlossen“, hieß es. Man prüfe eine Ordnungsmaßnahme gegen Brill.

          Gegner kündigen weitere Proteste an

          Wie berichtet, am Montagabend rund 500 Gegendemonstranten ein Fragida-Treffen in einem Hotel massiv gestört, so dass die Versammlung schließlich von den Organisatoren selbst aufgelöst wurde. Mehrfach hatte Brill den Ort gewechselt, um den Gegenprotest, von dem er vorher schon aus dem Internet erfahren hatte, zu umgehen. Die Demonstranten aber folgten ihm.

          Die Aktivisten, unter ihnen Anhänger der Autonomen Antifa und Vertreter der Satire-Partei „Die Partei“, kündigten Dienstag weitere Proteste an. Ziel sei es, jedwede Aktionen von Fragida zu stören, gleich, ob es sich um ein Vorbereitungstreffen handele oder um eine Demonstration nach dem Vorbild der islamkritischen Protestbewegung Pegida. Die Störung am Montag feierten die Autonomen als „gelungenen Präventivschlag“. Es habe gezeigt, dass es sich für Pegida-Anhänger „nicht lohnt, in Frankfurt auf die Straße zu gehen“.

          Ein Polizeisprecher sagte auf Anfrage, man werde die Entwicklung im Blick behalten und wenn nötig Veranstaltungen, die nach dem Versammlungsrecht ordentlich ablaufen, schützen. „Das gilt sowohl für die eine als auch für die andere Seite.“ Man werde die Aktionen von Fragida und von Gegendemonstranten jedes Mal entsprechend prüfen und bewerten.

          Weitere Themen

          Pionierleistungen Video-Seite öffnen

          Upländer Molkerei : Pionierleistungen

          Die Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei. Katrin Artzt-Steinbrink, spricht über die eigenen Pionierleistungen und den Weg in die Zukunft.

          Topmeldungen

          Soldaten der Roten Armee ergeben sich im Jahr 1941 während des Russlandfeldzugs.

          Weltkriegs-Gedenken : „Erinnerung bleibt uns Deutschen eine Verpflichtung“

          In Berlin erinnert Bundespräsident Steinmeier an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion vor 80 Jahren. Deutschland müsse sich die Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs im Osten Europas ins Gedächtnis rufen, sagt er. Dabei zählt Steinmeier Orte auf, die für die „deutsche Barbarei“ stehen.
          Mette Frederiksen, die Ministerpräsidentin von Dänemark, verkündet mit Vorsitzenden der Parteien einen Wiedereröffnungsplan nach dem Corona-Lockdown

          Dänische Sozialdemokratie : Dänemark zuerst bedeutet Europa zuletzt

          Begriffe wie „internationale Verpflichtungen“, „Konventionen“ und „Menschenrechte“ sind von vornherein negativ besetzt: Vom unheimlichen Schmusekurs der dänischen Sozialdemokratie mit rechtspopulistischen Wählern.
          Dafür benötigt man keine Zauberei: Für die Herzdruckmassage braucht es nur zwei Hände.

          Herzdruckmassage : „Das lässt sich innerhalb einer Minute lernen“

          Der Fall Christian Eriksen hat für Entsetzen gesorgt. In Deutschland erleiden täglich mehr als 200 Menschen einen Herzstillstand. Im Interview erklärt Intensivmediziner Bernd Böttiger, was bei einer Reanimation zu beachten ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.