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Mordfall Irina A. : „Die Ermittler müssen ihre Arbeit tun“

  • -Aktualisiert am

Blumen am Tatort: Auf dieser Wiese wurde vor einer Woche die Leiche von Irina A. gefunden. Bild: Helmut Fricke

Eine Woche nach dem Mord im Frankfurter Niddapark werden immer mehr Gerüchte über Opfer und Täter laut. Was der Polizei anfangs noch geholfen hat, entwickelt sich nun zum Hindernis für die Ermittler.

          Ein riesiges Gesteck aus Blumen liegt dort, wo Irina A. am Mittwoch im Niddapark getötet worden ist. Sorgsam sind sie zu einem großen Herz arrangiert worden. Daneben stehen Bilder von der jungen Frau, wie sie unbeschwert in die Kamera lacht. Jogger kommen vorbei, Spaziergänger mit Hunden. Und am Morgen kamen auch einige Bekannte der Toten, um Irina A. zu gedenken.

          Fast eine Woche danach sorgt der Mord an der aus Moldau stammenden Frau, die aber schon seit Jahren in Frankfurt lebte, für Entsetzen – aber auch für immer mehr Spekulationen. Sowohl sie als auch der mutmaßliche Täter, der Gastronom Jan M., hatten einen riesigen Bekanntenkreis. Nicht nur im Milieu des Frankfurter Nachtlebens, sondern auch in durchaus bürgerlichen Kreisen. Jeder will etwas beisteuern zum „Mordfall des Jahrzehnts“, was der Polizei einerseits bei ihren Ermittlungen helfen kann, andererseits aber auch bei ihrer Arbeit bremst.

          „Das hilft uns nicht weiter“

          Eine Polizeisprecherin sagte gestern, es sei generell gut, wenn Hinweise aus der Bevölkerung an die Ermittler herangetragen würden. Allerdings sei es „kontraproduktiv, wenn es sich bloß um Spekulationen handele“. Außer Gerüchten über den mutmaßlichen Täter werden inzwischen auch Geschichten über die Familie des Opfers verbreitet. Dass sie in Moldau der Organisierten Kriminalität nachgehen soll, ist nur eine Variante. Eine andere, dass sich die Familienmitglieder nun „hochemotionalisiert“ in Frankfurt aufhielten und mehr oder weniger „unzurechnungsfähig“ seien.

          „Das hilft uns nicht weiter“, so die Polizeisprecherin. „Die Menschen können gewiss sein: Wir haben einen Blick auf alles. Auf das Umfeld des Opfers genauso wie auf das des Täters. Es ist nun aber an der Zeit, die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen und nicht weiter Gerüchte zu verbreiten.“ Es gehe darum, „in aller Ruhe die zahlreichen Spuren weiter auszuwerten und die Ergebnisse am Ende für sich sprechen zu lassen“. Das wird vermutlich noch Wochen dauern. Wie berichtet, müssen noch zahlreiche Zeugen befragt und Informationen abgeglichen werden. Auch der Tathergang ist ohne die Aussage des Beschuldigten nur schwer zu rekonstruieren.

          Bisher hat sich Jan M. nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ob er es in den nächsten Tagen oder Wochen tun wird, ist unklar. Bislang gibt es dem Vernehmen nach keine Indizien, die den Gastronomen entlasten könnten. Ein Alibi, das eine Frau ihm gegeben hatte, hat sich, wie berichtet, als falsch erwiesen.

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          Anmerkung der Redaktion

          In einer vorherigen Version haben wir geschrieben, dass Herr Jan M. für die Tatzeit ein Alibi von seiner Frau hatte. Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass ihm das Alibi eine Frau gegeben hat, die nicht seine Ehefrau ist.

          Die Redaktion

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