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Nach Frankfurter Anschlag : Polizei baut im Kampf gegen Islamisten auf Moscheen

  • Aktualisiert am

Auch die Nuur-Moschee in Sachsenhausen soll die Frankfurter Polizei im Kampf gegen Islamisten unterstützen Bild: picture-alliance/ dpa

Nach dem Mordanschlag am Frankfurter Flughafen baut die Polizei im Kampf gegen militante Islamisten auf die Hilfe der Moscheen in der Stadt und aufmerksame Bürger. „Allein kann das die Polizei nicht schaffen“, sagt Polizeipräsident Thiel.

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          Im Kampf gegen islamistische Straftäter baut die Frankfurter Polizei auch auf die Unterstützung von Moscheen, aufmerksamen Polizisten und Bürgern. Wenn sich Täter in so kurzer Zeit radikalisierten wie der Frankfurter Arid Uka, „ist es die Frage, ob wir das in dieser Schnelle mitbekommen“, sagte Frankfurts Polizeipräsident Achim Thiel am Rande der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2010.

          „Allein kann das die Polizei nicht schaffen.“ Daher seien die Ermittler mit Treffpunkten wie den rund 40 Moscheen in Frankfurt sowie Vereinen im Gespräch. Außerdem seien die Beamten sensibilisiert, Auffälliges frühzeitig dem Fachkommissariat zu melden.

          60.000 Muslime und viele Amerikaner

          „Wir werden es nicht verhindern können, dass einer der sich im stillen Kämmerlein in Gewaltfantasien gestürzt hat, die auslebt“, sagte Thiel. Die Polizei habe jedoch „sehr engagierte Ermittler, die sich in der Szene gut auskennen“. Frankfurt sei eine internationale Stadt, in der viele Menschen zusammen kämen, in der rund 60.000 Muslime und viele Amerikaner lebten. „Dass die US-Amerikaner im Zusammenhang mit dem Freund-Feind-Bild, das bei manchem besteht, in den Fokus geraten sind, ist uns bewusst.“

          Erst Mitte Februar hatten Landeskriminalamt und Staatsschutz im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Hassprediger Sheik Abdellatif fünf Wohnungen in Frankfurt durchsucht. Dabei war auch der deutsch-afghanische Student Haddid N. erneut ins Visier der Ermittler geraten, den amerikanischen Truppen zuvor in Afghanistan im Haus seiner Familie verhaftet hatten.

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