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Nach Ende der autofreien Zeit : Frankfurter Union legt Konzept für Mainkai-Umbau vor

Wohlfühlen am Wasser: Auch die CDU will den Mainkai zu einem angenehmen Aufenthaltsort machen. Bild: Simulation Marie-Theres Deutsch

Einen großen Platz am Eisernen Steg, mehr Grün und Tempo 30, aber kein Fahrverbot: Das schlägt die Frankfurter Union für das nördliche Mainufer vor. Der Vorstoß kommt überraschend.

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          Knapp drei Wochen nachdem der Mainkai wieder für Autos freigegeben wurde, hat die CDU-Fraktion im Römer überraschend einen Vorschlag unterbreitet, wie am nördlichen Mainufer der Verkehr verringert und die Flächen am Eisernen Steg neu gestaltet werden könnten. „Wir gehen jetzt in die Offensive“, kündigte Fraktionschef Nils Kößler an.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Pläne der CDU sehen die Schaffung eines neuen großen Platzes am Eisernen Steg vor – einen „Platz am Fahrtor“, wie ihn das von der Union beauftragte Architektenbüro von Marie Theres Deutsch nennt. Um die dafür notwendige Fläche zu gewinnen, will die CDU die Straße nach Norden verschwenken. Zudem möchte sie den Verkehr durch eine andere Fahrbahnaufteilung – zwei Autospuren und Radwege auf beiden Seiten –, Tempo 30 und eine „stadträumliche Neugestaltung“ etwa durch mehr Grünzonen verringern. „Wir wollen den öffentlichen Raum zwischen Leonhardskirche und Saalhof neu konzipieren“, erläuterte Kößler. Ziel sei es, den Aufenthalt dort deutlich angenehmer zu machen. So schön könne der Mainkai auch mit Autoverkehr werden, sagte der Fraktionsvorsitzende.

          Für den Autoverkehr eingesetzt

          Der Verstoß der CDU kommt insofern überraschend, als sie sich in den vergangenen Monaten innerhalb der Dreierkoalition am stärksten für den Autoverkehr eingesetzt hatte. Das nördliche Mainufer war zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke von August 2019 an versuchsweise ein Jahr lang für Autos gesperrt. Nachdem es in den ersten Monaten zu erheblichen Staus südlich des Mains in Sachsenhausen gekommen war, hatte die CDU den Verkehrsversuch schon Ende 2019 für gescheitert erklärt.

          SPD und Grüne hatten dagegen bis zum 1. September – dem Tag der Aufhebung der Sperrung – dafür gekämpft, den Mainkai nicht wieder uneingeschränkt dem motorisierten Verkehr zu überlassen. Während die Grünen zumindest vor Wochen noch bereit waren, einem Kompromiss, wie ihn jetzt die CDU präsentiert hat, zuzustimmen, beharrte die SPD auf einem autofreien Mainkai und kündigte an, dies zum Thema im bevorstehenden Kommunalwahlkampf zu machen. Damit war eine gemeinsame Position der Römerkoalition nicht mehr möglich.

          Für den CDU-Politiker Kößler hat die probeweise Sperrung gezeigt, dass der Mainkai als „wichtige Ost-West-Verbindung aktuell weiterhin für den Autoverkehr benötigt wird“. Gleichwohl sei klar geworden, dass er „nicht bleiben kann, wie er ist“. Die Frankfurter wünschten sich an dieser zentralen Verbindungsachse von der Innenstadt über den Römerberg zum Mainufer mehr Platz für Fußgänger und Radler. Das habe auch die kürzlich veröffentliche städtische Umfrage gezeigt. Demnach wünschten sich 57 Prozent der Frankfurter, das nördliche Mainufer möge dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt bleiben. Nur 21 Prozent gaben an, die Ost-West-Verbindung sei unverzichtbar.

          Für Kößler sind die jetzt vorgelegten Pläne der CDU ein „gelungener Interessenausgleich zwischen den vielen unterschiedlichen Erwartungen an den Mainkai“: Es entstünden neue Grünflächen sowie ein großer „Mainufer-Erlebnisplatz“, und der Fahrrad- und Autoverkehr könne trotzdem fließen.

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