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Nach Angriff im Jobcenter : Stadt erwägt besseren Schutz für Jobcenter

  • -Aktualisiert am

Auf Konfrontationskurs: In Jobcentern und Ordnungsbehörden ist das Konfliktpotenzial groß – manche Kunden reagieren schnell aggressiv. Bild: dapd

Nach dem Vorfall in einem Frankfurter Jobcenter wird über eine mögliche Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in Behörden diskutiert.

          Nach dem Vorfall in einem Frankfurter Jobcenter, bei dem am Donnerstag eine 39 Jahre alte Deutsch-Nigerianerin von einer Polizistin erschossen worden war, wird über eine mögliche Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in Behörden diskutiert. Die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) sagte am Freitag auf Anfrage, sie habe sich noch kein abschließendes Bild von der Tat gemacht. Zu möglichen Konsequenzen, was die Sicherheitskontrollen in den Jobcentern der Stadt angehe, könne sie sich daher noch nicht äußern. Sie werde aber den Polizeipräsidenten Achim Thiel um ein Gespräch bitten, um das Sicherheitskonzept der Behörde mit ihm zu besprechen.

          Für oder gegen verstärkte Sicherheitskontrollen, etwa mit Metalldetektoren, in allen oder ausgewählten Jobcentern wollte sich Birkenfeld nicht aussprechen. „Der Mehrwert, den das mit sich brächte, erschließt sich mir noch nicht“, sagte die Dezernentin. Dann müsse man theoretisch sämtliche Sozialrathäuser und jeden Ort, an dem Leistungen bewilligt würden, auf diese Art kontrollieren. Besonders überwachte Orte wie Gerichtssäle seien mit Jobcentern nicht vergleichbar.

          „Die Bevölkerung ist das aus vielen Bereichen gewöhnt“

          Dass sich die Kunden der Behörde durch schärfere Kontrollen diskriminiert fühlen könnten oder gar vom Besuch abgehalten würden, befürchtet Birkenfeld allerdings nicht. In vielen Museen und am Flughafen seien solche Kontrollen schon üblich, sagte sie. „Die Bevölkerung ist das aus vielen Bereichen gewöhnt.“

          Nach Ansicht von Sicherheitsdezernent Volker Stein (FDP) könnten Zugangsschleusen, wie es sie zum Beispiel in Justizgebäuden gibt, sehr teuer werden. „Das bringt nur etwas, wenn es dann auch entsprechendes Sicherheitspersonal gibt, die an diesen Schleusen stehen“, sagte Stein und verwies auf andere Möglichkeiten, um zumindest die Beschäftigten in „sensiblen Behörden“ zu schützen. Im neu gebauten Ordnungsamt im Gallus seien hinter den Schaltern Schutzräume errichtet worden, in die sich die Bediensteten im Falle eines Angriffs zurückziehen könnten.

          Deutsch-Afrikanerin wurde durch Schuss tödlich verletzt

          Die Hintergründe des tödlichen Vorfalls vom Donnerstag sind unterdessen weiter unklar. Offenbar ist es bei dem Streit, den die Deutsch-Afrikanerin in dem Amt provoziert hatte, nur um einen geringen Geldbetrag von weniger als hundert Euro gegangen. Dieses Geld wollte die Frau den Erkenntnissen zufolge bar ausgezahlt haben. Als ihr dies verwehrt wurde, bedrohte die Frau den zuständigen Sachbearbeiter. Daraufhin wurde die Polizei alarmiert; die Frau attackierte schließlich den eintreffenden Beamten mit einem Messer, daraufhin fiel der tödliche Schuss.

          Die Obduktion der Neununddreißigjährigen hat inzwischen bestätigt, dass sie durch den Schuss tödlich verletzt wurde, den die 28 Jahre alte Kollegin des angegriffenen Beamten aus ihrer Dienstwaffe abgegeben hatte. Wie Oberstaatsanwalt Thomas Bechtel mitteilte, erlag die Frau einer Verletzung im Unterbauch; die Kugel hatte die Hauptschlagader im Bereich des Beckens durchtrennt.

          Der verletzte Polizist konnte bisher nicht vernommen werden. Er wurde notoperiert, befindet sich den Angaben zufolge aber außer Lebensgefahr. An den Tathergang kann er sich offenbar nicht oder nur vage erinnern. Der Dreißigjährige wurde von der Täterin, die ihn mit einem spitzen und scharfen Ausbeinmesser attackierte, schwer verletzt, obwohl er eine Schutzweste trug. Das Landeskriminalamt untersucht den Fall nun in erster Linie unter dem Aspekt der Notwendigkeit und Berechtigung des Schusswaffengebrauchs durch die Beamtin. Nach derzeitigem Erkenntnisstand hat die Polizistin in Notwehr gehandelt, um ihrem Kollegen zu helfen.

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