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„My Zeil“ : 70.000 Besucher strömen in Zeil-Einkaufszentrum

Futuristische Architektur: Blick von oben nach unten Bild: Astis Krause

Das Frankfurter Einkaufszentrum „My Zeil“ hat zur Eröffnung einen Ansturm von Zehntausenden von Besuchern erlebt. Als besondere Attraktion des Shopping Centers, das täglich mit bis zu 70.000 Besuchern rechnet, gilt „Europas längste Rolltreppe“ mit fast 50 Metern.

          Überpünktlich hat Petra Roth (CDU) am Donnerstag das neue Zeil-Einkaufszentrum eröffnet. Um 9.57 Uhr, also drei Minuten früher als geplant, hielten zwei Fassadenkletterinnen der Oberbürgermeisterin das rote Band vor die Schere. Zur Dixieland-Musik glitt die Schiebetür auf, und die Massen strömten in das Gebäude. 70.000 Besucher zählte der Bauherr bis 17 Uhr, zeitweise ließen die Sicherheitsdienste wegen des großen Andrangs die Kunden nur dosiert ins Gebäude ein. An den Rolltreppen und Aufzügen bildeten sich lange Schlangen. Es wurde erwartet, dass bis zum Abend fast hunderttausend Kunden das Zentrum einer Belastungsprobe unterziehen würden. Etliche nutzten die Sonderangebote zur Eröffnung und verließen das Gebäude zum Teil mit auf Sackkarren geschnallten Fernsehapparaten.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Bauherr zeigte sich erleichtert, dass trotz des harten Winters der im vergangenen Jahr schon einmal verschobene Eröffnungstermin diesmal eingehalten werden konnte. Michael Flesch, Deutschland-Geschäftsführer von MAB Development, dankte der Stadt für die „exzellente Zusammenarbeit“ und beschrieb das Gebäude sichtbar ergriffen: „Das hat die Welt noch nicht gesehen.“ Nahezu eine Milliarde Euro investiert MAB in das Palais Quartier, in dem neben dem Einkaufszentrum bis Ende des Jahres ein Büro- und ein Hotelturm sowie das dem Original nachempfundene Palais Thurn und Taxis gebaut werden. Im März solle der Vertrag mit einem Hotelbetreiber unterzeichnet werden, kündigte Flesch an. Der Büroturm sei bisher zu 30 Prozent vorvermietet.

          Fast 1000 Arbeitsplätze

          Rechte Winkel finden sich in dem vom Stararchitekten Massimiliano Fuksas entworfenen Einkaufszentrum mit seinem organisch geformten Glasdach fast nur in der „World of Parking“ genannten Tiefgarage, auf deren vier Parkdecks mit den Bezeichnungen „Amsterdam“, „Budapest“, „Cairo“ und „Dubai“ 1390 Autos Platz finden. In einen internationalen Kontext stellte die Oberbürgermeisterin das Gebäude: Es könne sich mit Projekten in Shanghai oder New York messen. Mit dem Bauwerk schlage die alte Handelsstadt Frankfurt ein „neues Kapitel urbanen Lebens“ auf. „Mögen viele Euro über den Tresen gehen“, wünschte sich Roth. „Das sichert Arbeitsplätze.“

          Ungezählte Kunden strömten zur Eröffnung von „My Zeil” das Einkaufszentrum

          Fast 1000 sind in dem Einkaufszentrum entstanden, das auf einer Verkaufsfläche von rund 43.000 Quadratmetern fast 100 Geschäfte beherbergt. Es ist fast komplett vermietet, die letzten freien Flächen sollen laut Flesch im April bezogen werden. Der dritte Eingang in Richtung Osten soll erst geöffnet werden, wenn ein städtebauliches Konzept für das angrenzende Quartier vorliegt.

          48 Meter lange, freitragende Rolltreppe

          Roth nahm noch einmal auf die Planungsgeschichte des Projekts Bezug und sagte: „Ich gehörte nicht zu denen, die Hochhäuser neben dem Palais und eine solche Verdichtung an diesem Ort haben wollten.“ Das Konzept des Bauherrn für das Palais Quartier betrachte sie jedoch heute als „abgerundet“. Die Oberbürgermeisterin hofft, dass von dem neuen Einkaufszentrum eine positive Wirkung auf die Umgebung ausgeht und auch andere Eigentümer ihre Gebäude verschönern. Es seien schon einige Anträge auf Fassadenerneuerungen eingegangen.

          Das neue Einkaufszentrum wird von dem Unternehmen DTZ Retail Services betrieben. Center-Manager Gottfried Wabra zeigte sich überzeugt, dass eine „Synergie von Architektur und Funktionaliät“ gelungen sei. Besonders die 48 Meter lange, freitragende Rolltreppe, mit der die Besucher direkt vom Erdgeschoss ins vierte Obergeschoss gelangen, sei „ein Genuss für sich“.

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