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Verfrühter Mutterschutz : Kaum schwanger, schon weg

Die Gesundheit des Babys ist für Eltern das höchste Gebot – nicht erst ab der Geburt. Bild: dpa

Immer häufiger werden Erzieherinnen und Lehrerinnen lange vor der Geburt des Kindes krankgeschrieben. In vielen Kitas und Grundschulen führt das zu Schwierigkeiten.

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          Die Erzieherin hatte schon öfter über ihren Kinderwunsch gesprochen, insofern kam die Nachricht von der Schwangerschaft nicht überraschend. Allerdings hätte niemand in der kleinen Kita im Frankfurter Stadtteil Bornheim damit gerechnet, dass die Pädagogin so plötzlich ausfallen würde. In den Osterferien war sie zum Frauenarzt gegangen, der hatte nicht nur die Schwangerschaft festgestellt, sondern wegen fehlender Immunisierung gegen Ringelröteln auch ein Beschäftigungsverbot erteilt – die Erzieherin konnte sich von ihrer Kindergruppe, zu der sie zuvor ein inniges Verhältnis hatte, nicht einmal verabschieden.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Immer öfter werden Erzieherinnen und Lehrerinnen schon weit vor Beginn des gesetzlichen Mutterschutzes krankgeschrieben, um Infektionsgefahren für den Fötus zu vermeiden. Bei der Caritas, die in Frankfurt rund 30 Kindertagesstätten betreibt, gehen nach Angaben von Verbandssprecher Timm Kauhausen jährlich etwa 20 Pädagoginnen vorzeitig in Mutterschutz, viele direkt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft. „Dann müssen wir schnellstmöglich eine Nachbesetzung finden.“ Da der Verband ohnehin kontinuierlich neues Kita-Personal einstelle, könne man meist flexibel reagieren. Zudem versuche die Caritas, für die schwangeren Mitarbeiterinnen, die dies wünschen, individuelle Lösungen zu finden, zum Beispiel eine Bürotätigkeit mit geringerem Infektionsrisiko. Das ändere jedoch nichts daran, dass die Kinder unter dem plötzlichen Verlust ihrer Bezugsperson litten und auch das Team sich kurzfristig neu organisieren müsse. „Bei allen Herausforderungen ist eine Schwangerschaft eine schöne Sache – man muss eben gemeinsam einen guten Weg finden, der für alle passend ist.“

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