https://www.faz.net/-gzg-ypz4

Mutmaßliche Spenden-Affäre : Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen Krempin

  • Aktualisiert am

In Erklärungsnot: Prinzessin Odette Maniema Krempin, Honorarkonsulin der Demokratischen Republik Kongo und Modemacherin Bild: Daniel Nauck

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft, ob im Zusammenhang mit den Betrugs- und Untreuevorwürfen gegen Prinzessin Odette Maniema Krempin ermittelt werden kann.

          2 Min.

          Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft, ob im Zusammenhang mit den Betrugs- und Untreuevorwürfen gegen Prinzessin Odette Maniema Krempin ermittelt werden kann. Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, auf Anfrage mitteilte, ist derzeit noch unklar, ob Krempin Immunität genießt. Dies wäre nach derzeitigen Erkenntnissen nur dann der Fall, wenn die umstrittenen Spenden für verschiedene Hilfsprojekte „in einem dienstlichen Zusammenhang“ mit Krempins Status als Honorarkonsulin der Demokratischen Republik Kongo, des früheren Zaire, gesammelt worden wären.

          Näher beleuchtet wird dem Vernehmen nach auch das Umfeld Krempins. Unter anderem ist unklar, welche Rolle ihr Manager bei den verdächtigen Spendensammlungen gespielt hat. Krempin hatte ihm zuletzt einen Großteil der Schuld dafür gegeben, dass sie bei einer Spendengala unerlaubt die Logos vermeintlicher Sponsoren verwendet hatte. Deshalb sei er inzwischen entlassen, teilte die Kongolesin mit. So behauptete der Manager, ihm gegenüber sei nie eine Entlassung ausgesprochen worden, er habe davon nur aus der Zeitung erfahren. Er werde „eine Auszeit“ nehmen, bis die Vorwürfe geklärt seien. Auch der Leiter der in Frankfurt betriebenen Projekte Krempins hat mitgeteilt, er stelle seine Arbeit ein. Der angeblichen Prinzessin aus dem Kongo werden unter anderem das Führen falscher Titel und der Missbrauch von Logos angeblicher Sponsoren vorgeworfen.

          Wirbel um Logos

          Vor gut zwei Jahren war Krempin als Honorarkonsulin für Kongo nach Frankfurt gekommen und hatte das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk gegründet, das Frankfurter Schüler unterstützt. Zuletzt hatte sie eine Spendengala in der Villa Kennedy organisiert, zu der neben regionaler Prominenz auch die Show-Größen Mario Barth und Roberto Blanco erschienen waren. Auf einer Sponsorenwand ließ sie den Automobilkonzern Audi und den Fußballklub Schalke 04 mit ihren Logos als Unterstützer präsentieren. Auf der Internetseite des Jugendwerks tauchten unter anderen die hessische Landesregierung und der Buchverlag Carlsen mit ihren Schriftzügen auf. Zudem legte Krempin eine Urkunde vor, die sie als Unesco-Botschafterin ausweisen sollte.

          Bei der Unesco weist man das allerdings zurück: Die Urkunde stamme von einer nicht autorisierten Organisation im Kongo. Davon gebe es in der Welt tausende, es werde „viel Missbrauch betrieben“, sagte der Sprecher von Unesco Deutschland. Der Titel eines Friedensbotschafters der Unesco werde ausschließlich vom Generalsekretär verliehen. „Frau Krempin soll aufhören, sich in irgendeinem Zusammenhang mit der Unesco zu sehen.“ Auch die angeblichen Sponsoren distanzieren sich von dem Verein und dementieren jede Zusammenarbeit. Bei der Landesregierung heißt es, man behalte sich bei weiterem „Mißbrauch“ des Logos rechtliche Schritte vor. Ein Sprecher des Kultusministerium spricht von einer „Fälschung“. Der Schriftzug sei „merkwürdig zusammengebastelt“ gewesen. Inzwischen wurden die Logos von der Internetseite genommen.

          10.000 Euro von der Stadt Frankfurt

          Auch bei der Stadt Frankfurt ist man verärgert. Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten hat in den vergangenen zwei Jahren Projekte des Jugendwerks mit weit mehr als 10.000 Euro unterstützt. Stadträtin Elisabeth Haindl (CDU), die als Vertreterin der Stadt bei der Spendengala war und eine private Spende von 1000 Euro versprochen hatte, kündigte an, das Geld zurückzuhalten. Krempins Anwalt kündigte unterdessen an, die Prinzessin wolle sich nächste Woche öffentlich erklären.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Debatte ums Eintrittsalter : Die große Renten-Frage

          Wie lange müssen wir künftig arbeiten? Bis 69, empfiehlt die Bundesbank, und löst damit viel Widerspruch aus. Worauf es ankommt, wenn das Rentensystem wieder ins Lot kommen soll.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.