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Mitarbeiterin bleibt Arbeit fern : Weder mit noch ohne Burka ins Frankfurter Bürgeramt

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In Frankreich mittlerweile untersagt, in Frankfurts Stadtverwaltung unerwünscht: der Ganzkörperschleier, genannt Burka Bild: REUTERS

Mit Kopftuch darf sie im Frankfurter Bürgeramt arbeiten - mit Burka, so wie sie es will, aber nicht. Deshalb ist eine Mitarbeiterin der Stadt nicht zum Dienst erschienen. Eine Abfindung will ihr die Stadt nicht zahlen. Kopfschütteln erntet die Frau beim Kompetenzzentrum muslimischer Frauen.

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          Büro oder Burka? Nach dem Ärger um eine vollverschleierte Mitarbeiterin des Frankfurter Bürgeramtes ist die Frau nicht zur Arbeit angetreten. Die 39 Jahre alte Beschäftigte hatte darauf bestanden, in einer sogenannten Burka zu arbeiten - das Amt hatte sich jedoch geweigert, sie vollverschleiert an den Arbeitsplatz zu lassen.

          Medienberichte, nach denen die Frau eine Abfindung fordert, bestätigte Personaldezernent Markus Frank (CDU) am Dienstagmorgen auf Anfrage zwar nicht. Er sagte aber: „Sollte jemand das fordern, werden wir uns nicht darauf einlassen. Hier geht es um Steuergeld.“

          Kopftuch wird akzeptiert

          Die Frau müsse sich in den kommenden Tagen erklären, sagte Frank. Die Mitarbeiterin mit marokkanischen Wurzeln müsse unverschleiert erscheinen, ein Kopftuch werde allerdings akzeptiert.

          Sieht fast aus wie eine Burka, nennt sich aber Nikab: ein Ganzkörperschleier, der die Augen frei lässt

          Die Stadt und der Anwalt der Frau hatten nach Medienberichten bereits am Vorabend verabredet, dass die Frau am ersten Arbeitstag nach ihrer Elternzeit zunächst besser zu Hause bleibt. Das öffentliche Interesse an dem Fall war zu groß. Nach Franks Worten muss sich offenbar erstmals eine deutsche Großstadt mit einem solchen Fall befassen.

          „Unsere Mitarbeiter zeigen ihr Gesicht“

          Die Deutsch-Marokkanerin ist seit mehreren Jahren bei der Stadt Frankfurt beschäftigt. Sie arbeitet im Bürgeramt und hat dort engen Kontakt zu Bürgern. Ihre Burka verhindert nach Ansicht Franks Nähe zu den Besuchern, zudem sei diese mit der Emanzipation unvereinbar. „Unsere Mitarbeiter zeigen ihr Gesicht. Das ist eine grundsätzliche Voraussetzung, um Vertrauen aufzubauen“, sagte Frank.

          Nach unbestätigten Angaben der „Bild“-Zeitung hat die erste Anwältin der vierfachen Mutter eine Abfindung in Höhe von 40.000 Euro verlangt. Ihr neuer Anwalt fordere sechs Monatsgehälter, was etwa 18.000 Euro entspreche, berichtete die Zeitung.

          Kompetenzzentrum muslimischer Frauen: Das ist absurd

          Auch bei muslimischen Verbänden stößt der Vorstoß der Burka-Trägerin auf Unverständnis. „Das ist nicht nur inakzeptabel und absurd, es beruht absolut nicht auf einer islamisch-theologischen Grundlage“, sagte Naime Cekir vom Kompetenzzentrum muslimischer Frauen in Frankfurt. Die Forderung der Frau überfordere die Toleranz von Christen, aber auch von vielen Muslimen. „Nicht zuletzt mobilisiert der Streit um die Burka verborgene Ängste“, sagte Cekir. „Man sollte es als Einzelfall betrachten.“

          Auch die CDU geht mit der Frankfurter Burka-Trägerin hart ins Gericht: „Die Burka ist ein Symbol für die Unterdrückung und Entrechtung von Frauen“, sagte der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Ismail Tipi. Außerdem verhindere sie den direkten Blickkontakt von Menschen - und genau dieser sei wichtig, um Vertrauen aufzubauen. Außerdem verstoße die Frau mit ihrer Burka gegen die staatliche Neutralitätspflicht. Tipi bezeichnete den breiten Konsens der Parteien und Gruppen als „wichtiges Signal“.

          Die Frankfurter FDP vermutet dagegen keineswegs religiöse Beweggründe der Frau: „Wenn man nun liest, dass die Anwältin einen Auflösungsvertrag angeboten hat, der eine Zahlung von 40 000 Euro beinhaltet, dann wird immer klarer, dass es weniger um religiöse als vielmehr um finanzielle Motive geht“, sagte Stefan von Wangenheim, der integrationspolitische Sprecher der FDP-Römerfraktion. Das sei absolut inakzeptabel. „Hier müssen wir eine deutliche Grenze einziehen, auch um Klarheit für die Zukunft zu schaffen.“

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