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Missbrauch bei Katholiken : Laien enttäuscht von Vatikan-Gipfel

Gipfeltreffen im Vatikan zum Thema „Missbrauch“: Die Frankfurter Laien sind mit dem Treffen unzufrieden. Bild: dpa

Die oberste Laienvertreterin der Frankfurter Katholiken ist unzufrieden mit dem Treffen zum Thema Missbrauch im Vatikan. Denn die in Rom wüssten nicht „wie nah wir an der Klippe stehen“.

          Die Vorsitzende der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken, Daniela Marschall-Kehrel, ist enttäuscht von den Ergebnissen des Gipfeltreffens zum Thema Missbrauch im Vatikan. „Die Signale, die wir verzweifelt herbeigebetet haben, sind nicht gekommen“, sagte sie. Papst Franziskus habe nicht einmal die Verantwortung und die Entscheidungsfreiheit, das Thema eigenständig aufzuarbeiten, an die nationalen Bischofskonferenzen übergeben. „Und das war das Minimum meiner Erwartung.“

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Kürzlich hatten sich etwa 190 Vorsitzende der Bischofskonferenzen, Ordensleiter und Leiter von Vatikanbehörden in Rom getroffen, um über Missbrauch und den Schutz von Kindern in der katholischen Kirche zu reden. Papst Franziskus versprach in seiner Abschlussrede zwar, dass die Taten kirchenintern nicht länger vertuscht würden. Doch konkrete Schritte zur Aufarbeitung, etwa die Bestrafung schuldiger Priester, nannte er nicht. Opferverbände reagierten deshalb enttäuscht.

          Marschall-Kehrel, die oberste Laienvertreterin der zirka 150.000 Frankfurter Katholiken, sagte, sie habe der Satz des Papstes sehr gestört, wonach Kritiker der Kirche „des Teufels“ seien. „Die in Rom wissen immer noch nicht, wie nah wir an der Klippe stehen.“ Viele Ehrenamtliche hinterfragten ihr Engagement und wüssten nicht mehr, was sie auf die drängenden Fragen der Gemeindemitglieder zum Umgang mit der Missbrauchsthematik antworten sollten. „Es ist eine sehr schwierige Situation. Die katholische Kirche braucht einen Befreiungsschlag.“ Sie hoffe nun darauf, dass eine von Papst eingesetzte „Taskforce“ die Tagung aufarbeite und konkrete Schritte unternehme.

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