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Klose schreibt Kita-Kindern : Post vom Minister

„Natürlich wisst Ihr, wie man sich an Regeln hält“: Minister Kai Klose in seinem Brief an die Kita-Kinder, in dem es um die Folgen der Corona-Krise geht Bild: Marcus Kaufhold

Die Frankfurter Kinder haben einen Brief von Kai Klose bekommen. Kloses Schreiben ist die Antwort auf einen offenen Brief, den die Kinderbeauftragten der meisten Stadtteile im Namen der Kinder verschickt hatten.

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          Die Frankfurter Kinder haben einen Brief vom hessischen Sozialminister bekommen. Darin bittet der Grünen-Politiker Kai Klose die Kinder um Geduld, bis sie ihre Freunde, Erzieher und Lehrer wieder treffen können. „Natürlich wisst Ihr, wie man sich an Regeln hält, aber die Corona-Regeln sind sehr schwer einzuhalten, wenn viele Menschen, die sich gut kennen, zusammenkommen“, schreibt Klose. In den vergangenen Tagen sei es mehrmals zu Ansteckungen gekommen, „wenn Freunde zusammen waren, auch wenn sie meinten, sie hätten sich richtig verhalten“, argumentiert der Minister. „In der Schule und im Kindergarten seid Ihr normalerweise länger und in größeren Gruppen zusammen. Deshalb müssen wir da besonders gut aufpassen.“

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Kloses Schreiben ist die Antwort auf einen offenen Brief, den die Kinderbeauftragten der meisten Stadtteile vergangene Woche im Namen der Kinder verschickt hatten. Außer an Klose ging er an den hessischen Kultusminister Alexander Lorz, CDU, und an Bildungsdezernentin Sylvia Weber von der SPD. Darin heißt es über das Leben ohne Schule, Kita, Oma und Opa: „Anfangs waren wohl viele ganz unsicher, was passieren würde. Jetzt aber wissen die Ärzte doch bestimmt schon viel mehr darüber, wie betroffen wir Kinder sind.“ Darauf antwortet Klose, der auch Gesundheitsminister ist, die Ärzte wüssten noch nicht genug. „Zum Beispiel darüber, wie sich Kinder anstecken, oder wie sie andere anstecken, können wir noch nicht so viel sagen.“

          Freude übers Kloses Antwort

          Weiter heißt es in dem Brief der Kinder: „Restaurants, Möbelgeschäfte, Tattoostudios und die Bundesliga machen wieder auf.“ Die meisten Kinder dagegen müssten bis Anfang Juni warten und könnten dann nur für ein paar Stunden in die Schule oder Kita. „Das finden wir ungerecht.“ Kinder könnten nämlich sehr wohl Regeln lernen, „so wie den Flüsterfuchs oder das Geschirr-Abräumen“. Klose schreibt dazu, Erwachsene müssten manchmal Entscheidungen für Kinder treffen, „wenn wir glauben, dass sie Euch schützen“. Dieser Schutz gehöre zu den wichtigsten Kinderrechten.

          Die Kinderbeauftragte für die Innenstadt, Sara Steinhardt, freut sich über Kloses Antwort. Das Konzept des Ministers für die Kita-Öffnung nennt sie aber unbefriedigend. Die Vorgaben erfüllten die Wünsche der Kinder nur bedingt. „Aber immerhin bewegt sich etwas.“

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