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Prozess zu Opernplatzkrawallen : „Ich habe keinen Hass auf die Polizei“

Geschlossene Gesellschaft: Polizisten schützen am 25. Juli 2020 den Opernplatz, nachdem Feiernde ihn verlassen mussten. Bild: dpa

Im ersten Prozess gegen einen der Randalierer vom Frankfurter Opernplatz zeigt der Angeklagte Reue und Unverständnis. Das Gericht fällt ein mildes Urteil gegen den jungen Flaschenwerfer. Ein bestimmtes Buch muss er lesen.

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          Im feinen Hemd und blauen Jeans, die Hände auf dem Rücken, steht Elyas T. im Gerichtssaal und blickt auf einen Computerbildschirm. Darauf zu sehen: ein Video, das zeigt, wie er eine leere Wodkaflasche greift und mit Wucht von sich schleudert. T. steht in einer Menge junger Männer auf der Frankfurter Freßgass, dass die Lage in dieser Nacht angespannt ist, wird aus der kurzen Videosequenz deutlich. Noch während der Film läuft, ergreift der Zwanzigjährige das Wort. „Ich kann es selbst nicht fassen, warum ich das getan habe“, sagt er.

          Alexander Jürgs

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Elyas T. ist der erste von einer ganzen Reihe an jungen Männern, die sich wegen der Ausschreitungen auf dem Frankfurter Opernplatz im vergangenen Sommer vor Gericht verantworten müssen, am Amtsgericht wird sein Fall am Mittwoch verhandelt – unter großem Medieninteresse. Denn der Schock über die damalige Randale sitzt bis heute tief. Die Richterin spricht davon, dass die Ausschreitungen das „Sicherheitsgefühl der Menschen nachhaltig erschüttert“ haben. Ein Polizist, der als Zivilbeamte damals dabei war, schildert, wie er erst am Morgen danach begriffen habe, in welcher Gefahr er sich befand. Solch eine Aggression wie in der Nacht habe er zuvor noch nicht erlebt.

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