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Michel Friedman im Interview : „Wer beim Hass weghört, macht sich mitschuldig“

„AfD-Wähler wissen, was sie tun“: Der Frankfurter Rechtsanwalt Michel Friedman plädiert für einen offensiven Umgang mit der rechtsextremen Partei. Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Wie steht es um die Demokratie? Michel Friedman warnt im Interview davor, die Hände in den Schoß zu legen – und erklärt, warum jeder Einzelne wichtig ist.

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          Herr Friedman, Sie sagen, dass wir zu wenig streiten. Warum?

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Unsere Streitkultur ist unterdurchschnittlich, sie ist nicht geübt. Das fängt nach 1945 an. Die Schweigespirale der Generation, die im Dritten Reich Verantwortung trug, übertrug sich auch auf ihre Kinder. Heute ist vieles besser, aber noch lange nicht gut.

          Was ist Streiten überhaupt?

          Streiten bedeutet, dass man das Warum in den Raum stellt. Einen Gedanken, eine These, eine Meinung infrage stellt. Genauso wichtig ist es, über die Begründung und die Argumente zu streiten. Streiten ist Übungssache, etwas, das Kinder zu Hause erlernen sollten. Wie streiten die Eltern? Respektvoll? Welche Argumente werden wie ausgetauscht? Ab wann wird der Streit persönlich? Geht es um Deklamation oder um Neugier? Nicht nur zu Hause, sondern auch in den Bildungsinstitutionen muss dies geübt und entwickelt werden. Es geht nicht um das Ob des Streitens, sondern um das Wie.

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