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Jugendkultur : Mehr Platz für Skater

Mit spektakulärer Aussicht: Die Skateanlage im Frankfurter Hafenpark bietet Anfängern und Geübten reichlich Platz. Bild: Grapatin, Niklas

Ein Verein plant eine Skatehalle und hofft auf öffentliche Förderung. Ist der Ruf nach der Stadt aber berechtigt?

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          In der Documenta-Halle in Kassel stand in diesem Sommer eine Halfpipe. Inmitten der Kunstwerke zeigten Skater ihr Können und wurden selbst zum performativen Teil der Kunstschau. Auch Besucher konnten sich ein Brett schnappen und eine Runde skaten. Das war kein inhaltlicher Bruch, denn Skateboarding changiert zwischen Kunst und Sport, die Disziplin ist eng mit Graffiti und Mode verbunden.

          Skateboarding bürgt auch für eine gewisse „Coolness“. Der öffentliche Raum profitiert davon. Große Skateanlagen in Parks ziehen nicht nur Sportler, sondern auch Schaulustige an, die spektakuläre Sprünge bestaunen wollen. Anders als in anderen Städten dieser Größenordnung fehlt in Frankfurt aber bisher eine Halle, in der die Skater auch im Winter trainieren können. Das ist erstaunlich, denn der Bedarf danach ist bei rund 5000 aktiven Skatern durchaus vorhanden. Ein Verein plant nun eine solche Skatehalle und hat verschiedene Vorschläge auf den Tisch gelegt. Er hofft auf Unterstützung der Stadt, mindestens bei der Suche nach Räumlichkeiten, aber auch bei der finanziellen Förderung.

          Teufel im Detail

          Ist der Ruf nach der Stadt aber berechtigt? Natürlich hat die Verwaltung ein Interesse daran, diese Sportart zu fördern. Denn die Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die in ihrem Bewegungsdrang unterstützt werden sollten. Aber privates Engagement ist hier ebenfalls gefragt.

          Das machen ähnliche Projekte vor: In Gewerbegebieten gibt es schon Kletterhallen, die erfolgreich gewerblich betrieben werden. Die Nachfrage nach einer Skatehalle dürfte noch um einiges größer sein. Mit einer geschickten Gestaltung der Eintrittspreise sollte es gelingen, allen den Zugang zu ermöglichen.

          Die Idee, bis zu einer festen Bleibe vorübergehend den Labsaal auf dem Campus Bockenheim als Skatehalle zu nutzen, hat auf den ersten Blick zwar Charme. Allerdings steckt der Teufel hier im Detail. Die alte Uni-Mensa ist dem Abbruch geweiht, das Gebäude ist in keinem guten Zustand. Sollte der Aufwand, das Gebäude herzurichten, gering sein, könnte man es den Skatern zur Verfügung stellen. Aber daran gibt es Zweifel. Es bleibt zu hoffen, dass das Planungsdezernat wie angekündigt in der Innenstadt eine andere Zwischennutzung auftun kann. Sie wird wahrscheinlich nicht im Foyer eines Hochhauses liegen. Wie laut es in einer Skatehalle ist, war auf der Documenta zu erleben.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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