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Flüchtlinge in Frankfurt : Mehr als 10.000 Ukrainer untergebracht

Flagge zeigen: Die Stadt bringt so viele Flüchtlinge unter wie nie. Hotels und Hallen müssen laut Sozialdezernentin Elke Voitl eine kurzfristige Lösung bleiben. Bild: Lucas Bäuml

Mehr als 10.000 Ukrainer sind in Frankfurt in Hotels, Unterkünften und in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Die Stadt beherbergt so viele Flüchtlinge wie nie zuvor in ihrer jüngsten Geschichte.

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          Sie fallen kaum auf zwischen all den Reisenden. Bis zu 2000 Menschen aus der Ukraine kommen noch immer täglich am Frankfurter Hauptbahnhof an. Manche sind auf der Durchreise. Andere haben noch keine Idee, wie ihr Leben weiter verlaufen soll. Auf ihrer Flucht vor dem Krieg hat ihre Kraft bis hierher gereicht. Um durchatmen zu können, entscheiden sich viele, vorerst in Frankfurt zu bleiben. Mehr als 10.000 Flüchtlinge aus der Ukraine sind derzeit in Hotels, Hallen und Unterkünften in der Stadt untergebracht. Hinzu kommen noch 4000 Menschen, die aus anderen Bereichen der Welt geflohen sind. „Das sind mehr, als wir je hatten“, sagt Sozialdezernentin Elke Voitl (Die Grünen).

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Mit Kriegsbeginn in der Ukraine hat die Stadt die Hilfsstrukturen schnell wieder hochgefahren. Hotels wurden angemietet, neue Unterkünfte eröffnet, im Auftrag des Landes ein Erstversorgungszentrum für 2000 Menschen an der Messe organisiert. Hier finden vor allem jene eine Anlaufstelle, die zwar angeben, in Deutschland bleiben zu wollen, aber keine spezielle Stadt als Ziel benennen. Von hier aus wurden die Menschen nach einigen Tagen des Ankommens in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Gießen verlegt, von wo aus sie dann den Kommunen zugewiesen wurden. Ein Zwischenschritt, der für viele Stress bedeutete und den Voitl und ihr Team schon frühzeitig kritisierten. Seit einigen Tagen können die Menschen so lange in der Messehalle bleiben, bis sie einer Kommune zugewiesen werden. Die vorgeschriebene Erfassung, die zuvor die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen übernommen hat, kann nun auch in Frankfurt erfolgen. „Das bedeutet für die Geflüchteten eine große Entlastung – und auch für uns“, sagt Voitl.

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