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McDonald’s : „Big Mac“ mit Bedienung

Neues Gewand, alter Geschmack: Der „Flagship-Store“ des Burgerbraters im Frankfurter Flughafen, in dem die Bestellung erstmals an den Tisch gebracht wird. Bild: Wolfgang Eilmes

McDonald’s hat vor einigen Wochen eine „Zeitenwende“ in der Fastfood-Kette angekündigt. In der Filiale am Frankfurter Flughafen gibt es nun auch Bedienung am Tisch. Doch hat sich auch der Geschmack gebessert? Ein Lokaltermin.

          Um es gleich zu sagen: Von Revolution kann keine Rede sein. „McDonald’s“ bleibt „McDonald’s“ - auch mit Welcome-Desk, Order-Terminals, Abhol-Tresen und Tisch-Service. Angesichts des Rummels, den die Burger-Kette rund um die Renovierung ihrer Filiale im Terminal 2 des Flughafens veranstaltet hat, hätte man zwar durchaus mit einer Zeitenwende in der Fast-Food-Welt rechnen können.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein paar Wochen nach der Wiedereröffnung des größten „McDonald’s“-Dependence in Deutschland ist aber klar: Das angekündigte „Restaurant der Zukunft“ ist höchstens ein kleiner Schritt in Richtung „Premium“.

          Gut, die Einrichtung des „Flagship-Stores“ ist nagelneu und stylish. Und zum ersten Mal können die Kunden dort auch das neue Konzept des seit Jahren mit sinkenden Umsätzen kämpfenden Burgerbraters in Augenschein nehmen. Das gastronomische Angebot ist jedoch unverändert, und auch die neuen, als besonders hochwertig beworbenen „Clubhouse“-Burger und Aktions-Produkte wie der in diesen Tagen angepriesene „Wild Double Beef“ bedeuten im Grunde keinen kulinarischen Fortschritt.

          Clubhouse Beef ist auch nur ein Big Mac

          Denn was zum Beispiel beim „Bacon Clubhouse Beef“ auf den Werbefotos noch wie ein dicker, individueller Fleischklops aus „100 Prozent Simmentaler Rind aus Deutschland“ aussieht, gleicht in der Realität stark den normalen Burgern des Hauses. Das gute Stück ist zwar ein bisschen anmutiger arrangiert, Salat und Tomatenscheiben schauen an einer Seite appetitlich unter dem Brötchenoberteil hervor. Aber die Bulette ist schmal und - wie immer bei „McDonald’s“ - komplett durchgebraten, die Brötchen sind weich und fad, und der Gesamtgeschmack wird - wie fast immer bei „McDonald’s“ - von süßlichen Soßen und intensiver Zwiebelwürze dominiert. Ein qualitativer Unterschied zum klassischen „Big Mac“ ist nicht zu erkennen.

          Eine lobenswerte Neuerung sind dagegen die großen Order-Terminals, an denen die Gäste per Touchscreen bestellen, mit Karte zahlen und ihr Menü dann an einem eigenen Abholtresen in Empfang nehmen. So lässt sich unerfreuliches Schlangestehen vermeiden. Ebenso gut funktioniert der Tisch-Service, den „McDonald’s“ in seiner Flughafen-Filiale zum ersten Mal in Deutschland testet: Ein sehr freundlicher, mit Kopfhörer und Mikrofon ausgestatteter Mitarbeiter begleitet den Gast an den Tisch, nimmt die Bestellung an, kassiert per Kartenzahlung, stellt als Erkennungszeichen eine Ronald-McDonald-Figur auf den Tisch - und ein paar Minuten später bringt eine Bedienung tatsächlich das gewünschte Menü. Aber das schmeckt leider wie immer.

          Das Lokal

          „McDonald’s“, Terminal 2, Flughafen Frankfurt, Telefon 069- 69 07 26 90, zur Website geht es hier.

          Geöffnet rund um die Uhr.

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