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„Matze“-Nachfolger im Frankfurter Zoo : Gorilla-Mann „Viatu“ tötet eigenes Baby

Derzeit ist „Viatu” mit einem Weibchen zusammen, die drei anderen werden separat gehalten Bild: dpa

Rückschlag für die Gründung einer neuen Gorilla-Familie im Frankfurter Zoo: Der neue Chef der Gruppe, „Viatu“, hat sein eigenes Baby direkt nach der Geburt getötet. Wie es mit „Viatu“ weitergeht, sollen die nächsten Wochen zeigen.

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          Der Nachwuchs von Gorilla-Mann „Viatu“ und der Affen-Frau „Ruby“ ist tot. Wie der Zoo mitteilte, war das Junge schon am Mittwoch auf die Welt gekommen. Es sei offenbar völlig gesund gewesen. Doch kurz nach der Geburt griff „Viatu“ plötzlich seinen Nachwuchs an und tötete den kleinen Affen durch einen Biss.
          Der Vorfall erschüttere die Tierpfleger und Besucher gleichermaßen, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch. Bei freilebenden Gorillas komme es immer mal wieder vor, „dass neue Haremschefs die Kinder ihrer Vorgänger töten“. Dass „Viatu“ nun seinen eigenen Sohn getötet habe, lasse sich nur damit erklären, dass er seinen Platz unter den Weibchen noch nicht gefunden habe. Er sei offensichtlich nicht in der Lage, sich gegenüber den vier weiblichen Tieren durchzusetzen. „Dies kann zu Überforderung und Stressreaktionen führen.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Noch immer habe „Viatu“ das für einen angehenden Silberrücken nötige Selbstbewusstsein nicht erlangt, bestätigt der Kurator für Säugetiere im Zoo, Thomas Wilms. In den vergangenen Wochen habe „Viatu“ immer wieder die beiden Jungtiere „Fritz“ und „Kabuli“ gegängelt. Schließlich habe man sich entschlossen, „Fritz“ an den Zoo in Rotterdam abzugeben und „Kabuli“ aus der Gruppe zu nehmen; auch er wird demnächst an einen anderen Zoo abgegeben. Auch die Weibchen hätten „Viatu“ das Leben „nicht unbedingt leicht gemacht“.

          „Das kam für uns alle doch sehr überraschend“

          Niemand hätte jedoch gedacht, dass „Viatu“ auch gegenüber seinem eigenen Nachwuchs aggressiv werde. „Das kam für uns alle doch sehr überraschend.“ Der Mutter „Ruby“ gehe es „den Umständen entsprechend gut“. Die Bindung zu einem Jungtier entwickele sich bei einem Affen erst mit der Zeit, insofern habe sie den Vorfall glücklicherweise gar nicht richtig registriert. „Aber wir werden sie natürlich weiterhin beobachten.“

          Wie es mit dem zehn Jahre alten Gorilla-Mann „Viatu“ weitergeht, ist ungewiss, hängt aber vor allem davon ab, ob er es schafft, sich endgültig in der Gruppe zu integrieren, wie Niekisch sagt. Es müsse „Viatu“ gelingen, sich den Weibchen anzunähern, und die Frauen müssten den Gorilla-Mann akzeptieren. Niekisch und Wilms hoffen, dass nun ein wenig Ruhe einkehren wird, da keine anderen Jungtiere mehr im Gehege sind. Die Gruppe, so Niekisch, könne dann zusammenwachsen. „Wir hoffen, dass aus Viatu und seinem Harem doch noch eine echte Familie wird“.

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