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Mädchenbüro Milena : Ein großer Bedarf an Nähe

  • Aktualisiert am

Mutmacher: Kinderspielzeug und Poster im Frankfurter Mädchen- und Frauenbüro Milena in Bockenheim. Bild: Wolfgang Eilmes

Viele Schüler haben sich in der Pandemie schulisch verschlechtert und zurückgezogen. Das Mädchenbüro Milena versucht das aufzufangen.

          3 Min.

          Am Mittwochmorgen herrscht reger Betrieb im Mädchen­büro Milena, einer Integrationseinrichtung in Frankfurt. Gerade trifft eine neue Gruppe ein. Es sind drei junge Frauen mit ihren Kindern, alle aus der Ukraine. Maneesorn Koldehofe, die Leiterin des Mädchenbüros, führt mit ihnen das Erstgespräch. Sie er­klärt ihnen die Corona-Regeln, die bei Milena gelten. Eine der Frauen muss übersetzen, die anderen sprechen kein Deutsch. In manchen Situationen muss Koldehofe sich ganz auf ihr Handy verlassen, wenn es keine Übersetzerin gibt. „Google Translator ist gerade mein bester Freund“, sagt Koldehofe. Seit der vergangenen Woche kommen fast jeden Tag neue Frauen in die Einrichtung. Ukrainerinnen, die auf der Flucht vor dem Krieg nach Frankfurt gekommen sind. Sie werden durch persönliche Empfehlung und die Webseite auf das Mädchenbüro aufmerksam. Bei Milena wird ihnen und anderen Frauen bei der Schulanmeldung geholfen, und sie können kostenlose Deutschkurse besuchen, während ihre Kinder betreut werden. „Hier bei Milena treffen alle Kriegsflüchtlinge aufeinander“, sagt Koldehofe. Afghanische, äthiopische, eritreische, syrische Frauen – und jetzt auch ukrainische.

          Nach der Einführung dürfen die ukrainischen Kinder mit den anderen Kindern spielen, ihre Mütter werden in den A1-Deutschkurs gebracht. „Guten Morgen! Wie heißt du? Woher kommst du?“, rufen sich die acht Kursteilnehmerinnen ge­genseitig zu. Die Antwort auf die letzte Frage ist bei allen gleich: „Ich komme aus der Ukraine“. Das sind die ersten Worte, die sie in der neuen Sprache lernen.

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