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Weine aus Madeira : Flüssiges Mahagoni von der Blumeninsel

Vom Keller auf den Tisch: Madeira-Weine haben eine sehr eigenständige Aromatik, die auch Tropfen, die viele Jahre gereift sind frisch und lebendig macht. Bild: Wonge Bergmann

Die Weine von der portugiesischen Atlantikinsel Madeira werden hierzulande stark unterschätzt. Dabei sind sie nicht nur enorm haltbar, sondern auch besonders charaktervolle Essensbegleiter.

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          Wer an Madeira denkt, der denkt wahrscheinlich als erstes an Fußball. Oder an Blumen. Schließlich ist die grüne Insel im Atlantik nicht nur die Heimat des portugiesischen Weltstars Cristiano Ronaldo, sondern wegen ihrer unerhörten Blütenpacht auch Jahr für Jahr das Ziel zahlloser Kreuzfahrt- und Wandertouristen. Außer Deutschen, Holländern und Franzosen fliegen vor allem Briten auf das steile Eiland vor der Nordwestküste Afrikas – und die haben dann oft auch noch eine weitere Assoziation, wenn sie den Namen Madeira hören: den gleichnamigen Wein, der sich im Königreich traditioneller Beliebtheit erfreut, hierzulande dagegen ein trauriges Schattendasein als billiger Kochwein fristet.

          Peter Badenhop
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was für ein Frevel! Denn die Weine von dem portugiesischen Außenposten in den Weiten des Ozeans gehören nicht nur zu den ältesten und haltbarsten Tropfen, die es in der Welt der Weine gibt, sie sind im Grunde eine Kategorie für sich. Wie Portwein und Sherry zählen sie zu den gespriteten Weinen, sprich: Sie werden zu einem bestimmten Zeitpunkt der Gärung mit hochprozentigem Alkohol angereichert, um den Prozess zu stoppen und den Zuckergehalt im Wein zu erhalten. So kommt es, dass sie zwar halbtrocken oder süß sind, aber dennoch einen Alkoholgehalt von 17 bis 22 Prozent aufweisen. Zum Spriten wurde für den Madeira früher der auf der Insel gebrannte Zuckerrohrschnaps verwendet, heute wird dafür Neutralalkohol vom Festland importiert.

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