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Nibelungenschänke in Frankfurt : Das Lamm liegt auf jungem Wein

Dionission Miliadis und seiner Partnerin Dimitra Petsa in ihrem Restaurant Nibelungenschänke in Frankfurt Bild: Frank Röth

Fisch, Fleisch und viel Gemüse: Griechische Lokale mit echter kulinarischer Ambition gibt es in der Region nur wenige. Die Nibelungenschänke ist eines von ihnen – mit reichhaltiger Geschichte.

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          Sonne, Sand und Meer. Weiße Bohnen, herber Retsina und scharf gegrilltes Fleisch, viel Knoblauch, viel Jogurt. Das ist das Bild, das viele von den kulinarischen Gepflogenheiten in ihrem liebsten Urlaubsland haben. Zu Recht, sagt Dionissios Miliadis, „aber die griechische Küche ist natürlich mehr“. Wie viel mehr, zeigt seit 40 Jahren sein Restaurant Nibelungenschänke nahe dem Frankfurter Hauptfriedhof und der Deutschen Nationalbibliothek.

          Jacqueline Vogt
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          An einem sonnigen Sommerabend sitzt der Inhaber der Nibelungenschänke im Hof des Lokals und blickt auf eine mächtige Hortensie. Als er nach dem Lockdown wieder aufmachen durfte, hat Miliadis seine Gäste mit neuen Gartenmöbeln empfangen, grau sind sie nun statt wie zuvor braun, der Boden ist neu gefliest, Kräuter und Blumen wachsen in mattschwarzen Gefäßen. „Vor Corona bestellt“, sagt er, hätte er gewusst, was kommen würde, hätte er die Investition vielleicht hintangestellt, egal. Man müsse zeitgemäße Angebote machen, sagt Miliadis, seine Worte darf man auch aufs Essen beziehen. Griechische Lokale mit echter kulinarischer Ambition gibt es in der Region nur wenige. Unter den seltenen ist die Nibelungenschänke, die Gerichte von den Inseln präsentiert und Rezepte vom Festland, das mit dem breitesten Angebot. Und das mit dem größten, solidesten Freundeskreis, zu dem viele Kulturschaffende gehören. Manche sind Stammgäste seit Anbeginn, andere sind in die Verbundenheit mit dem Restaurant hineingewachsen. Vor ein paar Tagen erst habe ein Gast seinen 58. Geburtstag in der Nibelungenschänke gefeiert, „mit 17 war er das erste Mal hier“.

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