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Lokaltermin : Papaya-Salat und Reisnudeln

Rustikal: Blick ins „Sapores“ Bild: Wonge Bergmann

Irgendwie kommt einem diese Art der Inneneinrichtung ziemlich bekannt vor und die Speisen sind extrem zurückhaltend gewürzt: das „Sapores“ im Bahnhofsviertel

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          Rustikale Backsteinwände, lange Holztische, bunte Metallhocker, Lampen im modernen Industriedesign und eine Theke in Wellblech-Optik: Irgendwie kommt einem diese Art der Inneneinrichtung ziemlich bekannt vor. Zumal hier im Bahnhofsviertel, wo in den vergangenen Jahren so viele neue Lokale eröffnet worden sind und die Architekten auf die immer gleichen Konzepte und Ideen zu verfallen scheinen. Aber das ist noch nicht alles: Auch die Zielrichtung des kulinarischen Angebots im „Sapores“ klingt nicht so ganz neu: Den drei Brüdern, die das neue vietnamesische Restaurant an der Kaiserstraße eröffnet haben, geht es nämlich um authentisches Streetfood aus ihrer Heimat. Doch das behaupten gerade gefühlte 50 Prozent der Gastronomen im Bahnhofsviertel.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die vietnamesische Küche ist stark von chinesischen und thailändischen Einflüssen geprägt und bekannt für ihre Frische und den vielfältigen Einsatz von Gewürzen, wobei die Schärfe im Vergleich zu anderen asiatischen Traditionen meistens nicht so ausgeprägt ist. Im „Sapores“ ist das Angebot übersichtlich in fünf Kategorien eingeteilt: Vorspeisen, Suppen, Reisnudelgerichte, Reisgerichte und Desserts. Für den Menüauftakt gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Sommer- und Frühlingsrollen sowie einen Krautsalat mit Hühnchen und einen Papaya-Salat mit Rindfleisch, die beide mit einer pikanten Limetten-Chili-Soße angemacht werden. Einen schönen Überblick bietet der „Mix-a-Lot“, eine Art gemischter Vorspeisenteller (19,90 Euro), der mit würziger Tamarindensoße und einer scharfen Chili-Fischsoße serviert wird.

          Vor allem bei den Sommerrollen fällt auf, was später bei den Hauptgerichten noch deutlicher wird: Fast alle Speisen im „Sapores“ sind extrem zurückhaltend gewürzt – so zurückhaltend, dass der delikate Charakter der vietnamesischen Küche mitunter gar nicht richtig zur Geltung kommt. Vor allem die Reisnudeln, die in einer tiefen Schale mit Gemüse und unterschiedlichen Zugaben wie gegrilltem Hühnerfleisch, einigen kleinen Rindfleischspießen und Tofu serviert werden, sind eigentlich nahezu geschmacksneutral. Die Gäste können sich zwar mit den auf den Tischen plazierten Soßenfläschchen (scharfe Sriracha-Chili-Soße und Hoisin-Soße von Flying Goose) behelfen, aber das sorgt am Ende nur für einen Einheitsgeschmack, den man im Grunde auch zu Hause haben kann.

          Etwas mehr Pfiff und Charakter haben die Reisgerichte, die ebenfalls mit unterschiedlichen Zutaten und Beilagen zu haben sind. Und die für Vietnam so typische Reisnudelsuppe Pho mit verschiedenen Einlagen (5,90 Euro bis 12,50 Euro) kann vom Gast sogar mit Chili, Minze, Sojasprossen und Koriander nachgewürzt werden. Insgesamt trauen die drei Gründer des „Sapores“ den europäischen Gaumen ihrer Gäste aber zu wenig zu. Ein bisschen mehr Mut würde ihrem ebenso zwanglosen wie freundlichen Restaurant sicher guttun.

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