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Der Lokaltermin : Beef Brisket und Craft-Bier

Shabby-Stil: Der große Gastraum auf dem Union-Gelände wurde schon durch einige unterschiedliche Restaurant-Konzepte belebt. Jetzt bietet die „Dicke Wutz“ vor allem Burger, Steaks und Sandwiches. Bild: Wonge Bergmann

Die großzügigen Räume direkt neben dem früheren „King Kamehameha-Club“ haben schon einige gastronomische Konzepte kommen und gehen sehen. Nun will sich die „Dicke Wutz“ versuchen.

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          An das Original kommt das Cheesesteak leider nicht ganz ran. Das längliche Weizenbrötchen ist zwar üppig belegt und auch artig mit Käse überbacken. Aber das Steak, dem der amerikanische Ostküstenklassiker seinen Namen verdankt und das in seiner Heimat Philadelphia stets in dünne, zarte Streifen geschnitten und dann im Brötchen aufgeschichtet wird, ist hier im Grunde gar kein Steak, sondern eher eine dicke Scheibe durchgegarte Rinderbrust.

          Peter Badenhop
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das schmeckt in Verbindung mit den gesottenen Pilzen, die sich ebenfalls zwischen den beiden Brötchenhälften finden, nicht schlecht. Aber ein richtiges Cheesesteak, wie es in der Frankfurter Partnerstadt praktisch an jeder Ecke serviert und dort meist nur mit Fleisch, Käse, glasierten Zwiebeln und manchmal ein bisschen Chili bestückt wird, ist diese Kreation in der „Dicken Wutz“ nicht. Das mag für die Verfechter der reinen Cheesesteak-Lehre ein Problem sein. Für alle anderen Gäste des neuen Restaurants auf dem Union-Gelände im Ostend ist es durchaus eine Abwechslung.

          Mehr Leben für das früherer Brauerei-Areal gewünscht

          Die großzügigen Räume direkt neben dem früheren „King Kamehameha-Club“ haben schon einige gastronomische Konzepte kommen und gehen sehen. Einst residierte dort die „Halle der Helden“, dann, nach langem Leerstand, die „Soul Kitchen“. Und nun soll unter dem rustikalen Namen „Dicke Wutz“ wieder mehr Leben auf dem früheren Brauerei-Areal, mit dessen Umwidmung einst der Aufschwung an der Hanauer Landstraße begann, einziehen. Fragt sich nur, ob dass mit Burgern, Steaks und Pulled Pork auch tatsächlich gelingt.

          Denn ganz so exklusiv, wie es die Macher des kaum verändert, ganz im angesagten Shabby-Stil ausgestatteten Restaurants gerne hätten, ist ihr amerikanisches Barbecue-Konzept nun auch wieder nicht. Gute, handgemachte Burger gibt es inzwischen nämlich überall in der Stadt, und auch gezupftes Schweine-, Rind- und Hühnerfleisch aus dem Smoker-Grill ist hierzulande schon seit geraumer Zeit keine exotische Spezialität mehr.

          Auf der Karte stehen neben einem halben Dutzend Burger-Varianten, einigen Steaks und vier Sandwiches (zu denen auch das Cheesesteak zählt) auch die typischen Beilagen wie etwa Coleslaw, amerikanischer Kartoffelsalat, Fritten, Onion-Rings und gegrillte Maiskolben sowie vier Platters mit gemischtem Grillgut. Diese haben den Vorteil, dass sie dem unbedarften Gast einen schönen Überblick verschaffen und er ausprobieren kann, ob ihm nun das Pulled Pork, die Pork Shoulder, das BBQ-Chicken, die Spareribs oder das Beef Brisket, also heißgeräucherte Rinderbrust, am besten schmeckt.

          Auszusetzen ist daran eigentlich nichts. Das Fleisch ist von guter Qualität, die Würzung in Ordnung, die Burger sind nicht überladen, die Salate und Gemüsebeilagen angemessen frisch und die Preise zwar nicht günstig, für Frankfurter Verhältnisse aber auch nicht übertrieben. Zudem gibt es ein ziemlich großes Angebot an Craft-Bieren und sogar ein paar interessante Weine. Aber – wie gesagt – so richtig originell ist das alles nicht. Bis auf das Cheesesteak.

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