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Löwengehege im Frankfurter Zoo : „Macht Platz für den König“

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Residiert bald komfortabler: Nach dem Umbau kehrt der ausquartierte Löwe Kumar in ein größeres Gehege zurück. Bild: Frank Röth

Investitionen von 1,5 Millionen Euro: Die Löwen im Frankfurter Zoo bekommen eine deutlich größere Außenanlage. Die Distanz zwischen Mensch und Tier soll überwunden werden. Derzeit sind die Tiere ausquartiert.

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          Auf dem blauen Hessen-Löwen mit der bunten Mähne am Zoo-Eingang lässt sich gut reiten, wie der kleine David merkt. Die Asiatischen Löwen dagegen sind ausgezogen aus ihrem Gehege, denn ihre Außenanlage wird erneuert. Zum „Baggerbiss“ ist sogar Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) gekommen, denn sie ist auch zuständig für den Frankfurter Zoo. Sie freut sich, dass der alte Wassergraben, acht Meter breit und drei Meter tief, in eine Landschaft aus Sandplätzen, Felsen und abwechslungsreicher Bepflanzung umgewandelt werden soll, damit das Außengehege den Kriterien für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) genügt. 1,8 Millionen Euro kostet die Erneuerung der Löwen-Anlage, davon übernimmt die Stadt 1,5 Millionen. 75 000 kommen von der Stiftung Zoo Frankfurt.

          Die Population der Asiatischen Löwen, die einst vom Südkaukasus bis nach Indien die vorderorientalische Landschaft beherrschten und archaische Göttinnen wie die babylonische Ishtar begleiteten, ist geschrumpft. „Auf weniger als 600 Tiere“, sagt Zoodirektorin Christina Geiger. Und die leben im Gir-Nationalpark im westindischen Bundesstaat Gujarat. Bis vor Kurzem waren es nur 350, voriges Jahr aber hat Premierminister Narendra Modi von 674 gesprochen. Weltweit gebe es noch 150 in Zoos, in Europa 113, führte Geiger aus. Das EEP-Zuchtbuch für Panthera leo persica führt dänische Zoo Aalborg.

          Distanz zwischen Mensch und Tier überwinden

          Für die drei Löwen in Frankfurt soll die Außenanlage nun von 495 Quadratmetern mehr als verdoppelt werden. Jobst Jung vom Frankfurter Amt für Bau und Immobilien (ABI) koordiniert den Erweiterungsbau, Landschaftsarchitektin Ariane Röntz, schon am Bau der 2019 eröffneten und äußerst gelungenen Pinguinanlage beteiligt, setzt ihn um. Für das dreistufige Gehegerelief – Felsen, ebenerdig,Trockengraben – sind drei Einblicke für Besucher geplant: ein erhöhtes Holzpodest für den Gesamtüberblick, eine Grotte mit Glasscheiben für den direkten Einblick in den Graben und weitere Glasscheiben auf der Höhe des alten Gehegeniveaus.

          Die Grenze von Löwen- und Besucherrevier soll durchlässiger, die Distanz zwischen Mensch und Tier überwunden werden. Zwei voneinander abzuschließende Bereiche in der Außenanlage sind ebenfalls geplant, um den modernen Standards zu genügen. Diese Möglichkeit zur Trennung ist auch nötig, da Vater Kumar, der mit Löwin Zarina derzeit hinter den Kulissen untergebracht ist, und sein Sohn Kiron, aktuell im ehemaligen Tigergehege zu sehen, löwentypisch immer wieder aneinandergeraten.

          Zum Beginn der Umbauarbeiten steigen Dezernentin und Zoodirektorin schließlich weiß behelmt wie eine doppelte Athene hinab zur Baggerschaufel, die sich in die Erde des trockengelegten Wassergrabens beißt, umwuchert von Rainfarn und Schafgarbe. Insgesamt 1030 Quadratmeter sollen es werden. „Macht Platz für den König“, hieß es in einer Zoo-Spendenaktion, die samt Drittmitteln 313.000 Euro eingebracht hat. Im Frühjahr nächsten Jahres soll der „Königsgarten“ fertig sein.

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