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Literaturhaus : Ärger über die schlechte Akustik

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Schon am Eröffnungsabend Anfang Oktober war das Vergnügen der vielen hundert Besucher getrübt: Die Räume in der für sieben Millionen Euro wiederaufgebauten Alten Stadtbibliothek, die das Frankfurter Literaturhaus beherbergt, hallten stark nach.

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          Schon am Eröffnungsabend Anfang Oktober war das Vergnügen der vielen hundert Besucher getrübt: Die Räume in der für sieben Millionen Euro wiederaufgebauten Alten Stadtbibliothek, die das Frankfurter Literaturhaus beherbergt, hallten stark nach. Darüber haben sich mittlerweile mehrfach Zuhörer wie Vortragende bei Maria Gazzetti, der Leiterin des Hauses, beschwert.

          Schon eine der ersten Veranstaltungen, eine vom Hessischen Rundfunk mitveranstaltete Diskussion, sei beinahe schiefgegangen: Weil die Tontechniker die Sendung nur mit großen Schwierigkeiten hätten aufzeichnen können, habe der HR gedroht, die Kooperation abzusagen, berichtet Gazzetti. Aber auch Autoren und andere Redner hätten sich beklagt: Die Schauspielerin Rosemarie Fendel habe die Akustik eine "Katastrophe" genannte, und beim Arno-Schmidt-Abend seien die Leser Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma - "alles erprobte Männer mit kräftiger Stimme" - hinten im Saal kaum zu verstehen gewesen. Sogar Peter Heusch, der seit elf Jahren regelmäßig im Literaturhaus aus Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" liest, sei höchst besorgt gewesen über den metallischen Ton seiner Stimme. Inzwischen hat es auch Beschwerdebriefe gegeben, und Vermietungen wurden wieder abgesagt.

          "Wir sind fertig", faßt Gazzetti die Situation zusammen. Am meisten ärgert sie sich darüber, daß an den "Bedingungen unserer Arbeit" gespart worden sei. Kaum etwas sei für ein Literaturhaus schließlich so wichtig wie die Akustik. "Das erbost mich wirklich", schimpft die Literaturhausleiterin. Vor zehn Tagen habe sie gar damit gedroht, alle Veranstaltungen abzusagen, falls nichts geschehe.

          Daß inzwischen Vorhänge im Saal und akustische Platten im Leseraum im ersten Stock die Lage "sagenhaft" verbessert haben, tröstet sie dennoch nicht wirklich - schließlich handelt es sich um umständliche Zwischenlösungen. Vor jeder Lesung müssen die Stoffe extra aufgehängt und die Platten aufgestellt werden.

          Doch jetzt ist eine dauerhafte Lösung in Sicht: In der vergangenen Woche hat ein Fachmann die Räume vermessen, nun sollen bis spätestens Ende des Jahres die nötigen Umbauten erfolgen - "egal, wie teuer", verspricht Rüdiger Volhard, der Vorsitzende des Bürgervereins Alte Stadtbibliothek. Überhaupt versteht er die Aufregung nicht, die derzeit im Literaturhaus herrscht. Es sei sinnvoll, einen Raum erst im Nachhinein zu dämpfen, denn wenn er erst einmal zu stark "heruntergedämpft" sei, könne man nicht mehr viel retten. Umgekehrt dagegen schon. Das Publikum werde sicher Verständnis aufbringen für die Übergangssituation. "In vier bis sechs Wochen ist alles ideal." (des.)

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