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Polizei bittet Hinweise : Frauenleiche in Frankfurter Park gibt Rätsel auf

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Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ist die junge Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Bild: dpa

Am frühen Morgen wird im Frankfurter Niddapark eine Leiche entdeckt. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus und bittet um Hinweise.

          Gegen zwölf radeln zwei ältere Frauen vorbei. Sie sehen die Polizeiwagen, die hintereinander auf dem kleinen Schotterweg geparkt haben. Dann das blaue Zelt, vor dem etwa ein Dutzend Polizisten in weißen Overalls stehen und Gegenstände in Tüten verpacken, die von weitem nur zu erahnen sind. Was hier los sei, fragt die eine ihre Bekannte. „Keine Ahnung. Wahrscheinlich wird gerade wieder irgendein Film gedreht.“

          Doch der Tatort, der sich am Rande des Niddaparks im Frankfurter Stadtteil Hausen befindet, auf einer der großen Wiesen an einer dichteren Baumreihe, kurz bevor die Wege wieder hinausführen in die Wohngegend, ist nicht fiktiv. In der Nacht wurde dort eine junge Frau getötet. Vielleicht wurde die Leiche auch nur dort abgelegt, so genau weiß die Polizei das noch nicht. Die Frau ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Und in diesem Fall trifft der Begriff auf erschreckende Weise zu. Ihr Körper weist zahlreiche Schnitt- und Stichverletzungen auf. Manche sehen aus wie Hiebe. Offiziell bestätigt die Polizei nur, dass es Stichverletzungen gab. Nähere Details, wo genau diese gesetzt wurden, gibt der Sprecher nicht bekannt. „Wir wollen uns da bedeckt halten.“ Noch am Nachmittag soll die Leiche obduziert werden.

          Zwei Gerichtsmediziner sind am Tatort eingetroffen, gleich nachdem die Polizei das Areal in einer Größe von etwa zwei Fußballfeldern abgesteckt hat. Während die Polizisten die Wiese absuchen und alles einsammeln, was im näheren Umkreis der Leiche liegt, schauen sich die Mediziner die Tote an. Mit Klebestreifen wird der Körper abgeklebt, damit wertvolle Spuren wie Fingerabdrücke, Fasern und vor allem DNA nicht verloren gehen.

          Weitere Details zum Opfer

          Über die junge Frau weiß die Polizei noch nicht viel. Sie soll keine Tasche dabeigehabt haben. Portemonnaie, Mobiltelefon und sonstige persönliche Gegenstände gibt es nicht. Die Beamten geben eine kurze Beschreibung des Opfers heraus: Die etwa zwanzig Jahre alte Frau war 167 Zentimeter groß und 56 Kilogramm schwer. Sie hatte blonde längere Haare, die sie zum Zopf gebunden waren, wobei zwei blonde Kunsthaarsträhnen am Oberkopf zu einer auffälligen Flechtfrisur eingearbeitet waren. Das Opfer trug zudem eine schwarze Latzhose der Marke „Review", ein schwarzes T-Shirt und  schwarze, knöchelhohe Sneakers mit aufgesetzten Plastiknieten.

          Man gehe nicht davon aus, es mit einer Obdachlosen oder Prostituierten zu tun zu haben. Mutmaßungen über eine mögliche Beziehungstat kommentiert der Sprecher nicht. Ermittler durchforsten nun sämtliche Vermisstenanzeigen, und vor allem: Warten auf neue. Wenn die Frau ein intaktes Umfeld hatte, so sagen sie, wird sie auch jemand vermissen. Dann wäre die Identifikation nur eine Frage der Zeit.

          Als ein Mann vorbeikommt, der nur wenige hundert Meter weiter am Rande des Parks in Hausen wohnt, bleibt er stehen. Lange schaut er sich die Szenerie an. „Gestern Abend bin ich dort doch noch vorbeigegangen“, erzählt er. „Beim Abendspaziergang um halb acht. Mit meinem Hund.“ Da habe noch niemand gelegen. Auch eine junge blonde Frau sei ihm nicht aufgefallen. Er könne sich auch nicht an ein Pärchen erinnern. „Schrecklich ist das“, sagt er und geht langsam weiter. „Da kann man nur hoffen, dass das bald aufgeklärt wird.“

          Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 069/755-53110 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen.

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