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Lebenslang für Mord an Ehefrau : „Eine Tat auf sittlich tiefster Stufe“

Der 38 Jahre alte Angeklagte, der seine Ehefrau getötet und ihre Leiche auf einer Mülldeponie entsorgt hat, im Gerichtssaal Bild: dpa

Ein 38 Jahre alter Mann wurde für den Mord an seiner Ehefrau zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Für das Gericht gibt es keinen Zweifel daran, dass der Mann aus Habgier getötet hat.

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          „Sie haben Ihre Frau nach Plan getötet und die Leiche einfach in den Müll geworfen.“ Selten beginnt die Begründung eines Urteils mit so klaren Worten, wie sie am Freitag der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, Jörn Immerschmitt, wählt. Der Angeklagte habe es bisher nicht geschafft, für den Mord die Verantwortung zu übernehmen, ergänzt der Richter, der den Angaklagten letztlich zu lebenslanger Haft verurteilen wird. „Sie haben durchweg gelogen“. Stefan U. hört sich nahezu regungslos, den Blick über der Maske starr auf den Vorsitzenden gerichtet, an, wie dieser sein Leben rekapituliert, in dem es ihm ganz oft nur darum gegangen sei, kurzfristig die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

          Helmut Schwan
          (hs.), Rhein-Main-Zeitung

          Ende Oktober 2019 ging es ihm, der im Gebäudemanagement arbeitete, nach Überzeugung des Gerichts mit allen Mitteln darum, eine Beziehung mit seiner schwangeren Geliebten führen zu können – unter den bisherigen Annehmlichkeiten. Das neue Glück wollte er in ebenjener Eigentumswohnung genießen, die seine Ehefrau wegen der notorischen Geldsorgen ihres vorbestraften Mannes allein hatte finanzieren müssen. Für das Gericht gibt es nach diesem langwierigen Indizienprozess keinen Zweifel daran, dass der Achtunddreißigjährige aus Habgier tötete, im Streben nach materiellen Gütern um jeden Preis: „Es war eine Tat auf sittlich tiefster Stufe“, das Maß der Rücksichtslosigkeit sei erschreckend gewesen.

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