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Leben mit Demenz : Der lange Weg zur Gewissheit

  • -Aktualisiert am

Auf dem Weg ins Vergessen: Immer mehr Menschen haben Angst vor Demenz, und es lässt sich immer früher diagnostizieren, ob jemand daran erkranken wird. Bild: dpa

Irene Tauber leidet an Demenz. Sie lebt bereits seit zehn Jahren mit der Prognose, bald werde sie ihr Leben vergessen. Bisher ist das jedoch nicht geschehen. Warum?

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          Eigentlich müsste Irene Tauber schon dement sein. Ein Fall für die Pflegekräfte. Stattdessen wuselt die Zweiundachtzigjährige in ihrer Wohnung umher, reißt Schubladen in ihrem Wohnzimmer auf. Sie sucht nach einem Bild von Travemünde. „Ja, da würde ich gerne noch mal hin“, murmelt sie. Dass Irene Tauber heute noch in ihrer eigenen Wohnung sein kann und Urlaubspläne schmiedet, war aus medizinischer Sicht unwahrscheinlich. Denn seit zehn Jahren begleitet sie eine Diagnose, die wie eine Lappalie klingt: „Leichte kognitive Beeinträchtigung.“

          Tatsächlich kommt das einer dramatischen Prognose gleich. Es schien, als werde Tauber in absehbarer Zeit ihr Leben vergessen. Denn die leichte kognitive Beeinträchtigung ist in vielen Fällen ein Vorstadium einer Demenz. Und bei der Demenz stehen Mediziner vor einem Dilemma. Während Teststudien zu vielversprechenden Medikamenten zuletzt abgebrochen wurden, melden die Forscher in Sachen Diagnostik einen Erfolg nach dem nächsten. Im Klartext heißt das: Menschen könnten immer früher von ihrer Krankheit erfahren, doch eine Therapie für sie ist nicht in Sicht.

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