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Laufende Frankfurter Studie : Psychologin: Computerspiele machen süchtig wie Drogen

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Psychologin Thiel: „Man spielt immer häufiger, kann nicht mehr aufhören und geht mehr Risiken ein” - hier eine Aufnahme von der Spielemesse Games Convention Bild: ZB

Computerspiele machen süchtig wie Drogen. Die Symptome sind die gleichen wie bei Drogen- oder Sexsucht, hat die Frankfurter Psychologin Aylin Thiel herausgefunden. Sie betreut derzeit an der Universität Frankfurt eine Studie zur Spielsucht.

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          Computerspiele machen süchtig wie Drogen. Bei den nicht-stoffgebundenen Süchten wie Computerspiele, Kauf- und Sexsucht seien die Symptome die gleichen wie bei stoffgebundenen Süchten durch Drogen, sagte die Psychologin Aylin Thiel von der Universität in Frankfurt. Sie betreut zurzeit eine Studie zur Spielsucht.

          „Man spielt immer häufiger, kann nicht mehr aufhören und geht mehr Risiken ein“, fasste die Wissenschaftlerin das Problem der Computerspielsüchtigen zusammen. So werde auch am Arbeitsplatz gespielt, die Gefahr, gefeuert zu werden, wird in Kauf genommen. „Die Sucht ist das wichtigste, sie muss befriedigt werden.“

          Als Ausweg hilft nach Meinung der Expertin bei der Spielsucht nur die Psychotherapie, da „bei einer Sucht vor allem der Verstand ausschaltet“. In Einzelfällen würden auch Anti-Depressiva verabreicht. Ambulante wie stationäre Psychotherapien wiesen gute Erfolge auf, sagte Thiel.

          Computerspielsüchtige sind nach Erkenntnissen der Mainzer Ambulanz für Computerspielsucht zu 90 Prozent männlich und meist im Alter von 17 bis 25 Jahren. Die Nachfrage ist groß, schon kurz nach der Eröffnung vor anderthalb Jahren waren die Therapieplätze komplett belegt. Ein Grund, aus dem das Modellprojekt, das auf eine Laufzeit von zwölf Monaten angelegt war, weiterhin Bestandteil des Universitätsklinikums in Mainz bleiben wird. Rund vier Monate warten Abhängige derzeit auf einen freien Therapieplatz. Laut einer aktuellen Studie hängt fast jeder sechste 15-jährige Junge täglich länger als 4,5 Stunden gebannt vor PC-Spielen, drei Prozent gelten als abhängig (siehe auch: Computerspielsucht: Offline ein Niemand).

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