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Frankfurter Bahnhofsviertel : Urbanes Leben zwischen Lärm und Luxus

Gefördert: Für den 2013 fertiggestellten Neubau Kaiserstraße 58 gab es Zuschüsse der Stadt. Ganz oben kann man luxuriös wohnen. Bild: Domenic Driessen

Das Frankfurter Bahnhofsviertel hat sich zum Wohnstandort entwickelt – auch mithilfe von Fördermitteln. Doch wegen des Drecks und der Drogen ist es ein raues Umfeld für die Bewohner.

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          Die Penthouse-Wohnung in der obersten Etage des Hauses Kaiserstraße 58 ist schick: Designer-Bad, Sauna, Luxusmöbel, Dachterrasse und fünf Balkone. 160 Quadratmeter Wohnfläche gibt es für eine Kaltmiete von monatlich 4300 Euro. Ein stolzer Preis – mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel, das nicht mit Luxus Schlagzeilen macht, sondern mit Schmutz, Drogenelend, Prostitution und Kriminalität. Dass in diesem Umfeld Wohnungen für Reiche angeboten werden, ist ungewöhnlich. Aber es zeigt: Das Bahnhofsviertel hat sich als Wohnstandort etabliert. 2012 wohnten im Quartier zwischen Hauptbahnhof, Mainzer Landstraße, Gallusanlage und Main offiziell rund 3600 Menschen, zehn Jahre später sind es rund 600 mehr. Leerstand wurde beseitigt, Büros wurden in Wohnungen umgewandelt.

          Günter Murr
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Stadt Frankfurt hat diese Entwicklung mit einem Förderprogramm unterstützt. 2006 wurde das Bahnhofsviertel zum „Stadtumbaugebiet“, in den folgenden Jahren flossen erhebliche Fördermittel – nach Abschluss aller Maßnahmen werden es insgesamt rund 30 Millionen Euro sein. Innenhöfe wurden begrünt, Spielplätze angelegt. 700 Wohneinheiten seien neu entstanden, heißt es in der Bilanz des Stadtplanungsamtes. 375 davon seien gefördert worden. Im früheren Polizeirevier am Wiesenhüttenplatz entstanden zum Beispiel Studentenapartments, in der Niddastraße wurde eine städtische Immobilie an ein gemeinschaftliches Wohnprojekt vergeben.

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