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Gestrickte Kunst : Wollkenkratzer in der Altstadt

Oben läuft die Straße, unten die Menschen – in der Frankfurter Altstadt findet man derzeit Wollkunst. Bild: Martin Ochmann

100 Kilometer Faden und 35 Kilogramm Wolle: In der neuen Altstadt haben „Yarnbomber“ das Ergebnis ihrer monatelangen Nadelarbeit präsentiert – ein gestricktes Miniatur-Frankfurt.

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          Alles wie im echten Frankfurt, nur etwas kleiner und aus Wolle. Sogar an eine mit rot-weißen Hütchen abgesperrte Straßen-Baustelle hat die Strickguerrilla gedacht. Außerdem an sechs Hochhäuser inklusive Messeturm und Henninger Turm, einen Bus der Linie 64 zum Römerhof, einen Krankenwagen, ein Taxi, dazu Ampeln, Zebrastreifen und Straßenschilder.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der Nacht zu Samstag befestigten die „Yarnbomber“ das Ergebnis ihrer monatelangen Nadelarbeit. Seitdem ist die neue Altstadt um eine Attraktion reicher. Einheimische wie Touristen bleiben stehen und bewundern das Kunstwerk an der Pergola, die den Krönungsweg von der Empore des Schirn-Cafés trennt. 13 Meter lang und drei Meter hoch ist das „dreidimensionale Graffito“, 35 Kilogramm Wolle wurden verstrickt und verhäkelt, 100 Kilometer Faden sind jetzt um das Metallgeländer und die Pfosten geschlungen.

          Der Frankfurter Messeturm aus Wolle

          Die Idee ist bei einem „Yarncamp“ entstanden, einem Treffen von Wollenthusiasten. Die Verwirklichung hat dann David Wasser, im sonstigen Leben Software-Spezialist, koordiniert. Den Messeturm hat der Frankfurter selbst gehäkelt, die anderen Elemente stammen von mehr als einem Dutzend Mitstreitern aus ganz Deutschland. Im strömenden Regen von Samstagnacht haben sie das Wollkleid dann angebracht.

          Wie lange die Straßenkunst die Pergola zieren wird, ist offen. Zur Natur des „Urban Knitting“, wie es zum Beispiel auch schon die Flößerstatue am Main, die Baumstämme in den Wallanlagen und die Elch-Skulptur von Hans Traxler zierte, gehört die Vergänglichkeit. Aber auch wenn Herbstregen, Kinderhände und letztendlich vielleicht die Mitarbeiter der FES dem Werk den Garaus gemacht haben, wird es nicht dem Vergessen anheimfallen. Dafür werden Zigtausende Handyfotos und Instagram-Posts schon sorgen.

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