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Aktion im Bordell : Die Kunst des Gewerbes

Spielplatz: Auf dem Bett der Prostituierten „Lora“ präsentiert Ulrich Mattner 500 Fotos aus dem Bahnhofsviertel. Bild: Maximilian von Lachner

Bordellbetreiber und Prostituierte haben eine schwere Zeit: keine Arbeit, keine Einnahmen, keine Perspektive. Darum wollen sie anders auf ihr Gewerbe aufmerksam machen.

          3 Min.

          Liebe gibt es nicht im „Taunus 26“, Kunst dagegen schon. Normalerweise wird in dem Laufhaus Sex verkauft: In den weißgetünchten Zimmern steht je ein rot bezogenes Bett, an den Wänden hängen ein paar Spiegel, deren Ecken abgeblättert sind, eine Metallkasse ist neben dem Bett angeschweißt. Zur Zeit stehen fast alle Zimmer leer. Wegen der Pandemie müssen Prostitutionsstätten geschlossen bleiben.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch Zimmer Nummer 12 leuchtet rot. Auf dem Bett steht ein Plakat, es zeigt einen blonden langhaarigen Rocker über dem Titel „Das Abendmahl“. Ein Beamer projiziert an die gegenüberliegende Wand den gleichnamigen Kurzfilm der Zwillinge Harald und Steve Takke. Die beiden Filmemacher sind im Milieu aufgewachsen, ihr Patenonkel betreibt das „Taunus 26“, ihr Vater spielt die Hauptrolle in ihrer Adaption der Passionsgeschichte. Knapp 14 Minuten dauert der Film, in dem ein Rocker den Anführer der Gang verrät und ihn einem Stripclub-Besitzer überantwortet, der zwar keine Schale mit Wasser füllt, um seine Hände in Unschuld zu waschen, aber dafür einen ziemlich großen Tumbler mit Hochprozentigem.

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          : Aktion

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