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Kommentar zu Kippa-Tag : Der Hass hat viele Quellen

  • -Aktualisiert am

Kippa-Tag: Zwei Frauen protestieren in Frankfurt gegen Antisemitismus. Bild: AFP

Es ist durchaus Sache der Politik, zu Symbolen wie einem Kippa-Tag aufzurufen. Denn das Grundgesetz ist zwar glaubensneutral, aber es ist nicht religionsfeindlich.

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          Antisemitismus von rechts? Ist widerwärtig und inakzeptabel. Antisemitismus von links? Da vergessen etliche ach so kosmopolitische Zeitgenossen ihr sonst mit Pathos vorgetragenes „Nie wieder!“ und fangen an zu eiern: Na ja, nicht schön, aber die Außenpolitik Israels sei ebenfalls nicht zu tolerieren, und Günter Grass habe mit seinem Gedicht ja schon irgendwie recht gehabt. Wissen diese Schlauberger, dass Kritik an der jeweiligen israelischen Regierung nirgends schärfer formuliert wird als in Israel selbst? Und wie oft muss man eigentlich noch sagen, dass Frankfurter und Offenbacher Juden nicht die Außenstelle des israelischen Außenministeriums sind, sondern deutsche Staatsbürger? Die sich, wenn überhaupt, die Politik des Auswärtigen Amtes in Berlin zurechnen lassen müssten?

          Das Eiern geht in eine Art Veitstanz über, wenn das Gespräch auf Antisemitismus kommt, der von Muslimen ausgeht. Wer danach fragt, gerät ganz schnell unter Ideologieverdacht und gilt als Islamhasser. Viele Muslime seien doch selbst Opfer, heißt es dann, da müsse man verstehen, dass sich ihr Leid ein Ziel suche. Wie viel Beschwichtigen und Schönreden wollen wir eigentlich noch hinnehmen? Wie viel als Israel-Kritik getarnten Judenhass?

          Aufgabe der Politik, den Angriffen entgegenzutreten

          Wer behauptet, alle Muslime seien Antisemiten, redet dumm daher – aber wer das Gegenteil sagt, tut das ebenfalls. Der Hinweis, dass wir mit der Migration aus islamisch geprägten Ländern auch einen anerzogenen, tiefsitzenden Judenhass importieren, ist nicht islamfeindlich. Dieser Hinweis ist nicht einmal eine Meinung, er drückt schlicht eine Alltagserfahrung aus, zu beobachten zum Beispiel an hiesigen Schulen. Wer auf dem Pausenhof oder auf dem Sportplatz Sätze wie aus dem „Stürmer“ zischt, macht jedenfalls nicht den Eindruck, als sei das einem gründlichem Nachdenken über den Nahost-Konflikt entsprungen.

          Hilft dagegen ein Kippa-Tag? Ist es überhaupt Sache der Politik, zu einem solchen Symbol aufzurufen? Ist es durchaus. Denn das Grundgesetz ist zwar glaubensneutral, aber es ist nicht religionsfeindlich. Wenn Repräsentanten einer Glaubensrichtung angegriffen werden, ist es die Aufgabe der Politik, dem entgegenzutreten. Gut, dass das in Frankfurt fast alle Parteien so sehen.

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