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Zentraler Platz in Frankfurt : Die Konstablerwache neu denken

  • -Aktualisiert am

Bunt und einladend ist die Konstablerwache nur, wenn donnerstags und samstags Markt gehalten wird. Bild: Victor Hedwig

Architekturstudenten der Frankfurt University of Applied Sciences wollen die Konstablerwache neu gestalten. Die technischen Hürden und Kosten für das Vorhaben wären hoch, denn mit bautechnischer Kosmetik ist es nicht getan.

          Es sind kühne Entwürfe, die die Architekturstudenten der Frankfurt University of Applied Sciences zur Umgestaltung der Konstablerwache da vorgelegt haben. Spitz zulaufende Giebel und Arkaden sind auf den Skizzen zu sehen, andere Pläne zeigen eine Bahnhofshalle und sogar ein Hochhaus. Keiner der Entwürfe wird gebaut werden – dennoch liefern sie neuen Stoff für eine Diskussion, die immer wieder aufkommt. Und das zu Recht.

          Die Konstablerwache ist einer der prominentesten Plätze in Frankfurt und zugleich einer der abstoßendsten. Bombenhagel, Nachkriegsarchitektur und Fehlplanungen in den siebziger Jahren: Der Platz ist ein Opfer seiner bewegten Geschichte. Das taugt als Begründung für seinen desolaten Zustand, jedoch nicht als Entschuldigung, untätig zu bleiben.

          Als größte Hürde eines Umbaus könnte sich die Technik erweisen. Die vergleichbare Station Hauptwache zeigt, wie schwer es ist, oberhalb eines solch komplexen Verkehrsbauwerks zu bauen. Nicht einmal Busse, die im Schienenersatzverkehr während der Sanierung der A-Strecke eingesetzt werden, können laut VGF über längere Zeit dort stehen, da die Last zu hoch wäre.

          Mehr Bäume und Bänke reichen nicht

          Ein neues Gebäude an der Konstablerwache müsste wahrscheinlich auf Pfeilern stehen, die weit in den Untergrund reichen und durch die großen Technikräume verlaufen würden. Zudem sind Zahl und Gestaltung der Ausgänge nicht zuletzt durch ihre Funktion als Fluchtweg und für die Entlüftung bedingt. Auch die Auswirkungen eines Umbaus auf den Verkehr während der Bauphase wären beachtlich. Gleichwohl scheint auch die VGF einer Neugestaltung nicht ablehnend gegenüberzustehen.

          Man muss nicht alle jetzt vorgestellten Konzepte zur Umgestaltung des Platzes toll finden. An der Konstablerwache etwa ein Hochhaus zu errichten, ist städteplanerisch wenig sinnvoll. Gleichwohl hat der Architekt Heinrich Lessing recht, wenn er sagt, man müsse an dieser Stelle groß denken. Mit bautechnischer Kosmetik ist es nicht getan. Die Konstablerwache braucht ein neues Gestaltungskonzept, das nicht nur ein paar Bäumchen und Bänke von A nach B schiebt, sondern zukunftsfähig ist und den Platz nachhaltig neu denkt.

          Günstig zu haben wäre ein solches Vorhaben für die Stadt nicht – allein schon aufgrund der technischen Hürden. Zudem steht zunächst der noch dringendere Umbau der Hauptwache an, über den auch schon seit Jahrzehnten nachgedacht wird. In der Zwischenzeit sollte die Stadt die Planungen der Studenten zum Anlass nehmen, die Voraussetzungen für eine Aufwertung der Konstablerwache zu klären. Sie hätte es verdient.

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