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Neubaupläne : Einigung über Höchster Klinikum vertagt

Das Bisherige: Das Krankenhaus in Höchst soll neu gebaut werden, doch CDU und Grüne in Frankfurt streiten, wie viel das kosten darf. Bild: Fiechter, Fabian

Die Frankfurter Römerkoalition streitet weiter über die Kosten für den Neubau des Krankenhauses in Höchst. 182 Millionen Euro würde es die Stadt nach bisherigen Rechnungen kosten. Das ist einigen Christdemokraten zu viel.

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          Die schwarz-grüne Koalition im Frankfurter Römer ist eine Woche vor Weihnachten intensiv darum bemüht, sich trotz des koalitionsinternen Streits um den geplanten Neubau des Klinikums Höchst harmonisch zu zeigen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den Konflikt lösen werden“, sagt Grünen-Fraktionschef Manuel Stock. Doch eine Einigung ist noch nicht in Sicht.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Koalitionsrunde blieb Dienstag ohne Ergebnis. An diesem Mittwoch wollen sich die Fraktionen beraten. Streitpunkt sind die Gesamtkosten für den geplanten Klinikneubau, die zuletzt auf 237 Millionen Euro gestiegen sind und damit das Vorhaben um 40 Millionen Euro teurer machen als zunächst angenommen. Abzüglich des Landeszuschusses müsste die Stadt Frankfurt Kosten von 182 Millionen Euro tragen.

          Heilig will Bauantrag am Montag abgeben

          Zu viel, finden Teile der CDU-Fraktion. Die bisher letzte Kostenberechnung hatte Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) dem Koalitionspartner vor knapp einem Monat vorgelegt. Die CDU prüft nun, ob Änderungen am medizinischen Konzept möglich sind und ob mit Blick auf die angestrebte Zusammenarbeit mit den Main-Taunus-Kliniken nicht doch Abteilungen wegfallen könnten, um den Neubau kleiner und günstiger zu konzipieren.

          Derweil beharrt Grünen-Stadträtin Heilig darauf, am nächsten Montag den Bauantrag im bisher geplanten Umfang abzugeben. In CDU-Kreisen will man das nicht überbewertet wissen. Es handele sich bei diesem Schritt um eine „Angelegenheit der Verwaltung“, heißt es, „nicht um eine politische Entscheidung“. Die Bauaufsicht werde den Antrag sicher nicht vor Mitte Januar in die Hand nehmen. Angesichts des hohen Millionenbetrags müsse eine intensive Prüfung möglich sein. „Natürlich hätte ich es vorgezogen, wäre diese Diskussion nicht in die Öffentlichkeit gedrungen“, sagt CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein.

          Zusätzlich zum Neubau wäre Gebäude für Verwaltung nötig

          Heilig hatte seit Wochen den Abgabetermin angekündigt, um den 2100 Beschäftigten des Klinikums und den Bewohnern der westlichen Stadtteile das Signal zu geben, es gehe beim einzigen städtischen Krankenhaus Frankfurts endlich voran. Unterstützung erfährt sie aus den Reihen des Aufsichtsrats. Dietrich Warmbier, früherer Krankenhausdirektor des Heilig-Geist-Krankenhauses in Frankfurt, hält die Summe von 237 Millionen Euro für den Bau eines modernen Krankenhauses der Maximalversorgung für gerechtfertigt. Er fürchtet, dass nun an der falschen Stelle gespart werde. „Dann muss man wieder teuer nacharbeiten.“ Warmbier kritisiert, in der Vergangenheit seien die Neubaukosten stets zu niedrig veranschlagt worden.

          Allerdings ist es mit dem Neubau allein nicht getan, sondern es ist ein zweiter Bauabschnitt vorgesehen, wie Heilig kürzlich bestätigte. Geplant ist ein Gebäude für die Verwaltung, in dem auch die Kantine, das eigenständige Sozialpädiatrische Zentrum und der künftig privat geführte Physiobereich unterkommen sollen, teilt Winfried Naß, Geschäftsführer der Zentralen Errichtungsgesellschaft des Klinikums, auf Anfrage mit. Naß zufolge will man das Gebäude und das angrenzende Besucher-Parkhaus gemeinsam mit einem privaten Investor errichten. Auf diese Weise minimierten sich die Mietkosten, deren Höhe er noch nicht beziffern konnte.

          Ohnehin ziehen nicht alle medizinischen Abteilungen in den Neubau um: Die Augenklinik soll die jetzige Notambulanz beziehen. Doch für die Psychiatrie mit ihren derzeit 116 Betten gibt es derzeit ebenso wenig Pläne wie für die geriatrische Tagesklinik. Bis 2024 sollen jedoch alle Abteilungen neue Unterkünfte haben.

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