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Ärger der Kleinaktionäre : Deutsche Bank als Horrorfilm mit Überlänge

Mitten im Sturmtief: Bei der Deutschen Bank wollen die Probleme nicht aufhören. Bild: Bäuml, Lucas

Kleinaktionäre der Deutschen Bank klagen über den Aktienkurs des Konzerns – und über Milliarden-Boni. Wie geht es weiter mit dem Sorgenkind der deutschen Finanzbranche?

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          Als die Buffetwärmer noch zugeklappt sind, steht das Logo da, wo es stehen soll. Die Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Frankfurter Festhalle ist seit fast neunzig Minuten im Gange, als der Würstchenduft deutlich wahrnehmbar durch das Foyer des Gebäudes weht. Die Tische sind mit weißem Stoff bezogen, das quadratische Logo der Bank, etwa so groß wie ein kleiner Schreibblock, steht aufrecht in der Mitte.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Drinnen wird gerade darüber abgestimmt, ob der ungeliebte Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner die Leitung des Aktionärstreffens abgeben muss, als der kleine Mann mit der braunen Lederjacke und dem freundlichen Lächeln die Mini-Skulptur des Logos zur Seite rückt, um seinen Teller auf einem Stehtisch abstellen zu können. Das Buffet ist eröffnet, Würstchen, Kartoffelsalat, Senf, Baguette. Der Mann, der sich als Richard Steinmetz vorstellt, kommt seit vielen Jahren hierher und scheint nur darauf zu warten, seine Geschichte zu erzählen. „So viele Würstchen kann ich gar nicht essen, um auszugleichen, wie viel Geld ich mit der Deutschen Bank verloren habe“, sagt er.

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