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Kleine Volkskirche : Die leeren Bänke hinter sich lassen

Kirche im Umbruch: Blick auf den Limburger Dom Bild: Vario

Was tun, wenn sich die Bänke leeren? Die Botschaft außerhalb der Kirche zu verkünden ist eine Möglichkeit. Und dabei Neues auszuprobieren.

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          Sie hat Theologie und nicht Betriebswirtschaft studiert. Trotzdem spricht Juliane Schlaud-Wolf von „Mixed Economy“, wenn sie über die Kirche redet, in ihrem Fall die katholische. Vielleicht könnte man auch Mischkalkulation sagen, obwohl es nicht ums Geld geht. Aber die Bischöfliche Beauftragte für Kirchenentwicklung im Bistum Limburg sucht vor allem inhaltlich nach neuen Wegen, um den Krisenmodus zu verlassen. „Die Musik spielt vor den Mauern“, ist dabei eine Erkenntnis. Deswegen will sie aber den Sonntagsgottesdienst in den Mauern nicht gleich abschreiben. Daher die „Mixed Economy“.

          Bernhard Biener
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung

          Die alten Strukturen allerdings sind unter Druck. Seit etwa 15 Jahren arbeitet das Bistum Limburg daher an der Bildung größerer Einheiten, zunächst als Pastorale Räume, dann als „Pfarrei neuen Typs“. Es gehe nicht einfach um eine Fusion, sagt Bistumssprecher Stephan Schnelle, sondern um ein Netzwerk, zu dem auch Einrichtungen wie Caritas, Kindertagesstätten und Hospiz gehörten. Die Pfarreien würden rechtlich völlig neu gegründet. Gleichwohl müssen sich heute weniger Priester um mehr Kirchorte kümmern, in denen nicht mehr in jedem ein Sonntagsgottesdienst gefeiert wird. Aus einst 300 selbständigen Pfarreien im Bistum Limburg werden 50 des „neuen Typs“.

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