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Start-up „SaveSpace“ : Auswärtskeller für die Studentenbude

  • -Aktualisiert am

Platzsparer: Charlotte Schmidt und Kelven Kassis helfen Studenten. Bild: Laila Sieber

Ein junges Unternehmen kümmert sich unter dem Namen „SaveSpace“ um mehr Platz für Snowboards, Fahrräder oder saisonale Kleidung. Die ersten Kartons sind bereits gestapelt.

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          Wer endlich ein Zimmer in einem Studentenwohnheim oder in einer Wohngemeinschaft ergattert hat, kennt das Problem: Auf den 15 bis 20 Quadratmetern gibt es kaum mehr Stauraum, wenn Bett, Schreibtisch, Schrank und Bücherregal erst einmal untergebracht sind. In der Regel fehlt ein Keller, und das elterliche Depot ist meist viel zu weit weg, um dort regelmäßig pralle Studienordner oder Winteranoraks zu verstauen.

          Das Problem hatten auch Kelvin Kassis und Charlotte Schmitt, die während ihres Wirtschaftsstudiums im Wohnheim auf dem Campus Westend in Frankfurt lebten. „Eines unserer aufreibendsten Probleme in den vergangenen Jahren waren unsere Studentenzimmer“, erzählt Kassis. „Da wir vor der Pandemie immer sehr gerne gereist sind, unsere Elternhäuser aber weit von Frankfurt entfernt liegen, standen bei uns überall Koffer rum.“

          Von der ohnehin knappen Wohnfläche nahmen auch Gästematratzen, Wintersportausrüstung und saisonale Kleidung Platz weg und standen oft mehrere Monate unbenutzt herum. Gemütlich ist anders, auch bei bescheidenen Ansprüchen. Als Kassis für ein Auslandssemester sein Zimmer untervermieten wollte, musste er alles in Kisten verpacken und für fünf Monate zur Mutter bringen, die bei Stuttgart lebt.

          Diese Erfahrungen brachten beide während der Corona-Pandemie auf die Idee, mit der Lösung studentischer Stauraumprobleme ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Vor einem halben Jahr gab Charlotte Schmitt dafür ihren Job in einer Marketingberatung in Zürich auf, Kelvin Kassis verschob den Bachelor-Abschluss in Physik, den er ebenfalls noch anstrebt, für eine gewisse Zeit. Auf dem ehemaligen Neckermann-Areal im Osten der Stadt mieteten sie für „SaveSpace“ zunächst 100 Quadratmeter in der sechsten Etage eines der Gebäude als Lagerfläche. Die ersten Kartons sind dort bereits gestapelt. Traditionelle Lagermöglichkeiten von Speditionen, die es auch in Frankfurt zahlreich gibt, seien „generell nicht so attraktiv für Studenten“, sagen die Gründer. „Wir wollten etwas, das so günstig, einfach und flexibel ist wie ein Uber-Taxi.“

          Den Schuhkarton gibt es bereits für 99 Cent

          Mit Hilfe einer App kann man bei SaveSpace angeben, was man wie lange lagern möchte, am nächsten Tag komme das Team zur festgelegten Uhrzeit und hole bereits die Kartons. Für einen vollgepackten Umzugskarton zahlt man 4,49 Euro Lagergebühr im Monat, den Schuhkarton gibt es bereits für 99 Cent. Sperriges, wie etwa ein Fahrrad, ein Snowboard oder Koffer, kann man für 7,99 Euro auf Zeit unterbringen. Die Abrechnung erfolge tagesgenau, der Lagervertrag sei täglich kündbar, ausgeliefert würden die Habseligkeiten so schnell und flexibel, wie sie abgeholt werden. Zurzeit werben die Jungunternehmer dafür kräftig mit Flyern auf dem Campus.

          Einen Van mit Elektroantrieb haben die Gründer bereits bestellt, um bald auch umweltfreundlicher in der Stadt unterwegs sein zu können. Wer keine Umzugskartons zum Selbstverpacken hat, kann diese und anderes Verpackungsmaterial ebenfalls ordern. Mit ihrer Geschäftsidee wollen sich die beiden Junggründer, sie sind 23 und 25 Jahre alt, auch für die nächste Runde des „Unibator“ bewerben. Der nächste Pitch des Gründerzentrums der Goethe-Universität startet im Oktober.

          Bisher laufen alle Investitionen über Eigenmittel und Darlehen guter Freunde. „In Frankfurt kennen wir den Bedarf gut und haben ein großes Netzwerk“, sagt Kassis. Ziel sei aber eine deutschlandweite Expansion. Solch ein Einlagerungsangebot speziell für Studenten gebe es bislang in Deutschland nicht, während in den Vereinigten Staaten sehr viele Lager-Unternehmen diese Zielgruppe bereits für sich entdeckt hätten und regelmäßig zu Semesterbeginn auf jedem Campus dafür werben.

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