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Karstadt bleibt in Frankfurt : Zeit gewonnen an der Zeil

Karstadt an der Zeil bekommt eine neue Chance: Bis 2025 bleibt der Standort bestehen. Bild: Aders, Hannah

Eine neue Chance für Karstadt in Frankfurt: Bis 2025 bleibt das Geschäft an der Zeil. Ob der Standort danach den Städtischen Bühnen weichen sollte, wird derzeit diskutiert.

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          Es ist nur eine halbgute Nachricht, dass im Karstadt-Haus an der Zeil in Frankfurt der Ausverkauf abgebrochen werden kann, weil das Haus nun doch nicht im Herbst geschlossen wird. Denn jetzt soll die traditionsreiche Geschichte der Kaufhäuser an dieser Stelle im Januar 2025 zu Ende gehen. Aber immerhin: Es wurde Zeit gewonnen, vor allem für die 240 Beschäftigten, die sich während der gut vier Jahre in Ruhe eine andere Arbeit suchen können – vielleicht im Kaufhof einige Meter weiter, vielleicht noch besser anderswo in der Wirtschaft, die bis 2025 hoffentlich einen kräftigen Aufschwung durchlebt und mithin dann auch Personal sucht.

          Zeit wird aber auch gewonnen für die nicht weniger wichtige Frage, was aus dem Standort wird. In Frankfurt hat eine interessante Diskussion begonnen, inwiefern Einkaufsstraßen wie die Zeil überhaupt noch eine Zukunft haben und wie gegebenenfalls eine Nachnutzung aussehen könnte. Allerdings sollte man zum einen dem stationären Einzelhandel nicht zu früh das Sterbeglöcklein läuten, sondern auf die unternehmerische Weitsicht vertrauen, dass Geschäfte sich auch wandeln und für neue Käuferschichten öffnen können. Zum anderen dürfen die vielfältigen Überlegungen nicht zu einer Bevormundung führen. Das endgültige Konzept für ein Stadtzentrum wird es niemals geben, Städte sind immer einem Wandlungsprozess unterzogen, und es werden sich schon neue attraktive Nutzungen finden, ohne dass Gutachter und Politiker darüber endlose Papiere verfassen. Richtig ist allerdings, dass Einzelhandel und Politik in Frankfurt mehr als bisher zusammenarbeiten sollten.

          Stadtzentren als Erlebnis

          Gegen den Internethandel und zentral gemanagte Einkaufszentren an den Autobahnabfahrten können Stadtzentren bestehen, wenn sie leicht und günstig erreichbar sind, und zwar mit allen Verkehrsmitteln, und wenn sie ein Erlebnis bieten, das über das reine Einkaufen hinausgeht. Dazu gehört die Angleichung von Öffnungszeiten des Handels und zum Beispiel der Museen und der Stadtbücherei, dazu gehören auch gemeinsame Angebote. Lange ist es her, als die Schirn bei einer Ausstellung über Konsum namens „Shopping“ mit dem Kaufhof zusammengearbeitet hat. Natürlich gehört in diese Diskussion auch die Frage, ob der heutige Karstadt-Standort dereinst für einen Teil der Städtischen Bühnen geeignet sein könnte.

          Die Beschäftigten des Kaufhauses wird das alles heute nicht interessieren. Sie haben eine neue Perspektive, wenn auch nur eine begrenzte. Das macht vieles leichter. Es zeigt, dass sich Einsatz lohnt. Am besten wäre natürlich, die Frankfurter würden das Karstadt-Haus für sich wiederentdecken und für mehr Umsätze sorgen. Dann würden sich 2025 vielleicht noch einmal andere Fragen zur Zukunft dieser Immobilie stellen. Aber das liegt natürlich auch an dem, was dort geboten wird.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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