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Öffentlich-Private Partnerschaften : Kämmerer: Sanierung der Schulen im Zeitplan

„Im Zeit- und Kostenplan”: Sanierung der Kleyer-Schule Bild: Cornelia Sick

Rund vier Monate nach Beginn der Arbeiten sieht Kämmerer Uwe Becker die Sanierung von vier Schulen durch die Hochtief PPP Schulpartner GmbH „auf einem guten Weg“. Bis zum Sommer 2009 sollen die Arbeiten beendet sein.

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          Rund vier Monate nach Beginn der Arbeiten sieht Kämmerer Uwe Becker die Sanierung von vier Schulen im PPP-Verfahren „auf einem guten Weg“. Bei einem Pressetermin in der im Umbau befindlichen Heinrich-Kleyer-Schule sagte der CDU-Politiker, die Beteiligten seien zufrieden mit dem Fortschritt. Die Investitionen seien „dringend und unausweichlich“ gewesen. Man liege „im Zeit- und Kostenplan“.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In dem PPP-Projekt, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, saniert die Hochtief PPP Schulpartner GmbH im Auftrag der Stadt bis zum Sommer 2009 die Heinrich-Kleyer-Schule im Nordend, die Freiherr-vom-Stein-Schule in Sachsenhausen, das Bildungs- und Kulturzentrum (Bikuz) in Höchst sowie die Carl-von-Weinberg-Schule in Goldstein. Anschließend unterhält die GmbH die Anlagen 20 Jahre lang. Die Stadt zahlt dafür von 2009 an eine vertraglich festgeschriebene Miete von 12,2 Millionen Euro im Jahr. Der Betrag ist indexiert, kann also der Inflationsrate angepasst werden. Das Auftragsvolumen beträgt 248 Millionen Euro; 106 Millionen davon sind reine Investitionen. In den vier Bildungseinrichtungen lernen etwa 5500 Schüler.

          Regelmäßige Treffen mit Unternehmen

          Becker sicherte einen „sehr intensiven Dialog über die ganze Laufzeit“ bis 2029 zu. Die Beteiligten aus Kämmerei, Schulamt, Schulen und Unternehmen träfen sich regelmäßig. Mit Faltblättern würden die Nachbarn der Schulen informiert. An der Transparenz des Verfahrens hatte es vor der Vergabe erhebliche Kritik gegeben. So hatte die Kämmerei elementare Gutachten zur Bewertung des Projekts erst sehr spät weitergeleitet. Auch wurde lange Zeit nicht schlüssig begründet, warum sich Frankfurt gegen eine Renovierung in Eigenregie und für die Kooperation mit einem privaten Investor entscheiden sollte.

          Der Geschäftsführer der Hochtief PPP Schulpartner GmbH, Alexander Zaruba, sprach von einer sehr anspruchsvollen Aufgabe, die sein Unternehmen übernommen habe. Er prognostizierte einen Kostenvorteil von 15 Prozent im Vergleich zu einer Sanierung in städtischer Regie – „und das nach vorsichtiger Schätzung“. Bei anderen PPP-Projekten von Hochtief seien die öffentlichen Haushalte stets entlastet worden. Diese Beurteilung stütze sich allerdings auf Zwischenbilanzen nach drei bis zehn Jahren Laufzeit: PPP sei so neu, dass es kaum Verträge gebe, die ausgelaufen seien und anhand deren der tatsächliche Kostenvorteil zu beziffern wäre.

          Zaruba hob außerdem hervor, dass sein Unternehmen immer auch heimische Handwerker beauftrage. „Wir binden den Mittelstand ein“, sagte er und verwies auf Projekte im Landkreis Offenbach. Dort seien 64 Prozent der Aufträge an kleinere und mittlere Firmen in einem Umkreis von 50 Kilometern vergeben worden.

          Funktionalität mit sehr hoher Bedeutung

          Michael Damian vom Schuldezernat erläuterte anhand eines Beispiels, welche pädagogischen Vorteile durch die Sanierung entstünden. So werde die Freiherr-vom-Stein-Schule nach dem Neubau zehn Räume mehr haben als bisher. Dadurch sei sie in der Lage, „Lehrerräume“ statt Klassenzimmer einzurichten. Nach diesem Konzept sind rechnerisch eineinhalb Lehrer für einen Raum zuständig; die Schüler, die nur noch in Doppelstunden unterrichtet werden sollen, wandern von einem Lehrerraum zum nächsten. Einer der Vorteile ist nach Ansicht von Fachleuten, dass sich die Schüler dadurch mehr bewegen. Zudem können die Lehrer die Räume persönlicher einrichten, was wiederum der Lernatmosphäre zugute kommen soll.

          Zu der nach Meinung von Kritikern zum Teil wenig ansprechenden Architektur der umgebauten Schulen sagte Kämmereileiter Bernd Weiß: Die Architektur sei zwar wichtig, doch habe die Funktionalität eine sehr hohe Bedeutung. Die Bewerber hätten stets auch Architekten mit präzisen Vorschlägen in ihre Teams aufnehmen müssen. Eine Ausschreibung nur mit einem Raumkonzept, bei dem erst nach der Auftragsvergabe im Detail über die Architektur entschieden werde, sei utopisch: „Wenn wir die Verträge machen, muss die Architektur im Prinzip stehen, weil die Kosten sonst nicht kalkulierbar sind.“

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