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Attacke auf der Zeil : Jugendlicher nach Angriff auf Transsexuellen in U-Haft

Angriff auf der Zeil Mitte November: Die Polizei sprach später von einer „transphoben Tat“. (Symbolbild) Bild: Lucas Bäuml

Ein Transsexueller wird aus einer Gruppe Jugendlicher heraus auf der Zeil attackiert. Nun sitzt einer der Verdächtigen in Untersuchungshaft. Der Jugendliche ist der Polizei schon bekannt.

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          Nach dem Angriff auf eine transsexuelle Person auf der Zeil sitzt einer der mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wird dem 16 Jahre alten Jugendliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er soll am 14. November das 20 Jahre alte Opfer auf der Zeil schwer verletzt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der mutmaßliche Täter mehrfach gegen Oberkörper und Kopf des Opfers getreten. Die Polizei, die zunächst keine Hinweise auf ein mögliches Motiv bekannt gegeben hat, sprach später von einer „transphoben Tat“.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Jugendliche gehört zu den zehn Personen, die unmittelbar nach der Tat auf der Zeil angetroffen und festgenommen wurden. Ermittelt werden konnte er durch eine Arbeitsgruppe, die im Haus des Jugendrechts in Höchst eingerichtet worden ist. Dort war der Beschuldigte bereits bekannt.

          Wie ein Sprecher weiter mitteilte, wird inzwischen vermutet, dass „diverse Comedy- und Streetveranstaltungen“ an jenem Samstagabend dazu geführt haben, dass sich mehrere hundert Menschen auf der Zeil versammelt hatten. Das habe die Auswertung von Videomaterial ergeben, das in den sozialen Netzen kursierte. Aus diesem Grund habe sich auch das Opfer auf der Einkaufsstraße aufgehalten. Laut Polizei habe man schon vor dem Vorfall das Gespräch mit den Beschuldigten gesucht und sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt. Bei dem 16 Jahre alten Beschuldigten sei diese erfolglos geblieben.

          Auf dem Weg zum Intensivtäter

          Zuletzt aufgefallen war der Beschuldigte in der Halloween-Nacht, als es ebenfalls auf der Zeil aus einer Gruppe von rund 600 Personen heraus zu Angriffen auf die Polizei kam. Nähere Angaben zu der Person machte die Behörde allerdings nicht. Dem Vernehmen nach handelt es sich jedoch um einen sogenannten Schwellentäter. Das ist ein Delinquent, der sich auf dem Weg zum Intensivtäter befindet. Unter anderem ist der Beschuldigte, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, jedoch als „Straftäter mit Migrationshintergrund“ gilt, in der Vergangenheit wegen Körperverletzungsdelikten, Beleidigung und Schwarzfahren aufgefallen.

          Trotz dieses jüngsten und auch diverser anderer Vorfälle bleibt die Polizei bei ihrer Ansicht, dass die Zeil „nicht auffällig ist“. Sie habe sich „unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt“, heißt es in der Behörde. Dies könnte „aufgrund der Corona-Lage  in einem Zusammenhang zu den aktuell geschlossenen Lokalitäten und den dadurch fehlenden Kontaktmöglichkeiten stehen“. Die Kriminalität jedoch sei rückläufig.

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