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Mord an Jakob von Metzler : Eine besonders schwere Schuld

Nach der Tat: Menschen legten vor dem Elternhaus von Jakob von Metzler Blumen ab und stellten Kerzen auf, um ihre Anteilnahme auszudrücken. Bild: Picture Alliance

Am 27. September jährt sich Entführung und Tötung von Jakob von Metzler zum zwanzigsten Mal. Der Mörder des Elfjährigen hat alle Instanzen bemüht, um zu dem zu kommen, was er für sein Recht hält.

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          Warum? Die Frage ist bis heute unbeantwortet, sie ist genauso quälend wie damals. Warum lockte Magnus Gäfgen am Mittag des 27. September 2002 den elfjährigen Jungen in seine Wohnung im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen und tötete ihn dort wenig später? Der Versuch, das monströse Verbrechen zumindest oberflächlich zu erklären, ist längst rechtskräftig: Der 27 Jahre alte Jurastudent hatte sich in seinem Narzissmus und durch Verschwendungssucht in eine ihm ausweglos erscheinende Lage gebracht. Er brauchte dringend Geld, um in seiner Clique den Schein eines erfolgreichen Lebens als künftiger Staranwalt aufrechterhalten zu können. Die fixe Idee, dazu die Bankiersfamilie zu erpressen, deren Kinder er beiläufig, über die gemeinsame Begeisterung für Eintracht Frankfurt, kannte und auf deren Leben er voller Neid blickte, verwirklichte er in einer ebenso brutalen wie naiven Tat. So steht es sinngemäß in dem Urteil.

          Helmut Schwan
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Mörder erhielt nach dem Prozess im Sommer 2003 die Höchststrafe, die besondere Schwere seiner Schuld wurde festgestellt. Er kann nicht vor dem Jahr 2025 damit rechnen, freizukommen.

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