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IS-Rückkehrer : „Wie tickende Zeitbomben“

  • -Aktualisiert am

IS-Propaganda aus Raqqa: Wie viel Macht hat die Terrormiliz noch? Bild: action press

Rückkehrer aus ehemals von der Terrormiliz IS beherrschten Gebieten in Syrien und im Irak sind eine nur schwer zu kontrollierende Bedrohung. Viele kommen eher radikalisiert als geläutert zurück.

          5 Min.

          Mehr als 1000 Dschihadisten haben sich in den vergangenen Jahren von Deutschland aus auf den Weg nach Syrien oder in den Irak begeben, um dort im Heiligen Krieg zu kämpfen und für den sogenannten Islamischen Staat (IS) zu sterben. Nicht allen ist das gelungen. Jetzt, nachdem dieses obskure Konstrukt des IS-Terrorregimes zerstört ist, kehren die überlebenden Kämpfer zurück, viele sind traumatisiert, weil sie furchtbare Dinge gesehen oder getan haben, aber keineswegs alle sind geläutert, die meisten möglicherweise sogar verhärtet. Ihre Überzeugung, dass die westliche Lebensweise, die Demokratie und die mit dem Grundgesetz verbundenen Rechte verachtenswert und gotteslästerlich sind, hat sich verfestigt. Zumindest von einigen der Dschihad-Rückkehrer dürfte aufgrund ihres freiwilligen und zum Teil jahrelangen Aufenthalts beim IS „eine langfristige und nur schwer einzuschätzende Gefahr“ ausgehen, heißt es dazu im Bundeskriminalamt.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Rund 150 Islamisten sind nach Angaben des Innenministeriums in Wiesbaden von Hessen aus in die Kriegsgebiete ausgereist, um dort die IS-Terrormilizen zu unterstützen. Die meisten dieser Personen sei jünger als 30 Jahre, bei jeder vierten handele es sich um eine Frau oder ein Mädchen Von den 150 Ausgereisten seien etwa 40 inzwischen wieder in Hessen. Bei etwa 20 Rückkehrern gebe es Belege dafür, dass sie sich aktiv an Kämpfen in Syrien oder im Irak beteiligt oder dort zumindest eine Kampfausbildung absolviert hätten. Etwa 50 Personen seien mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den militärischen Auseinandersetzungen ums Leben gekommen. Nach Erkenntnissen des Innenministeriums befindet sich darüber hinaus eine „niedrige zweistellige Zahl“ von aus Hessen eingereisten Personen in Syrien und im Irak in Haft. Mehrheitlich handele es sich dabei um Frauen oder Mädchen, ein Großteil davon sei in Begleitung von Kindern. „Es zeichnet sich dahingehend eine verstärkte Rückreisetendenz ab“, heißt es.

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