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Internationale Schule : Kulturelle Unterschiede früh schätzenlernen

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James aus Michigan wird im Sommer seinen Abschluß an der Internationalen Schule Frankfurt-Rhein-Main in Sindlingen machen, die in diesem Schuljahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Welchen Beruf er sich ...

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          James aus Michigan wird im Sommer seinen Abschluß an der Internationalen Schule Frankfurt-Rhein-Main in Sindlingen machen, die in diesem Schuljahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Welchen Beruf er sich vorstellt? "Brain surgeon", Gehirnchirurg also - das Medizinstudium dazu möchte er an der Johns-Hopkins-Universität in den Vereinigten Staaten absolvieren. Das klingt ehrgeizig, aber James sagt: "Wir haben durch diese Schule eine größere Chance, bei guten internationalen Universitäten aufgenommen zu werden." Seine Schulkameraden Hazel und Benedikt sind ähnlicher Meinung. Beide wollen nach dem Abschluß Mathematik und Physik studieren, später vielleicht als Berater arbeiten. "Wir haben hier kleinere Klassen als in anderen Schulen", hebt Hazel hervor. So wie Benedikt und James fühlt sie sich gut vorbereitet auf den globalisierten Bildungsmarkt.

          Amy Wesley, Marketing-Direktorin der Schule, zeigt stolz eine Liste mit internationalen Hochschulen, an denen die 43 ehemaligen Schüler, die hier ihre Abschlußprüfungen abgelegt haben, jetzt studieren: Namen wie Cambridge, Imperial College oder University College London sind darunter. Es gibt mehrere Stipendiaten an amerikanischen Colleges. "Von unseren ehemaligen Schülern studieren praktisch 100 Prozent", so Wesley. "Unsere Philosophie ist, alle Schüler auf die Universität vorzubereiten." Es gebe an der Internationalen Schule Frankfurt-Rhein-Main zwar Aufnahmeprüfungen, aber die dienten nur der individuellen Einstufung. Leistungskontrollen seien häufig, jede Woche müßten die Schüler an drei bis vier kurzen Tests teilnehmen. Damit werde sichergestellt, daß der Lehrstoff verstanden worden sei. Das "akademische Programm" der Schule ist aus Wesleys Sicht anspruchsvoll. Schon in dem der Schule angeschlossenen Kindergarten werde unterrichtet. Wesley weiß, daß frühes Lernen in Deutschland umstritten ist, aber "Kinder wollen lernen, sie haben Freude daran", dessen ist sie sich sicher.

          Die englische Sprache sollten die Kinder bei der Einschulung beherrschen, denn sie ist hier Unterrichtssprache. Aus 49 Nationen kommen die etwa 900 Schüler. 37 Prozent davon sind Deutsche, die zweitgrößte Gruppe sind Koreaner, es folgen zahlenmäßig die Schüler aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Die Vielzahl der Herkunftsländer findet Wesley wichtig: "Die Welt wird kleiner, und wer mit anderen Kulturen umgehen kann, der wird in Zukunft Vorteile haben." Besonders im Kontakt zu Menschen aus Fernost seien gegenseitiges Kennen und Respektieren entscheidend. "Wir sind eine große Familie. Die Schüler lernen hier auch die kulturellen Unterschiede zu schätzen." Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schüler wird auch in der Kantine gefördert: Dort sitzen die Kinder mittags klassenweise mit ihren Lehrern an einem Tisch. "A family that eats together stays together", zitiert Wesley ein Sprichwort aus ihrer Heimat.

          Das internationale Umfeld weiß auch Benedikt zu schätzen. Er hat zwar auch Deutsche als Freunde in seinem Wohnort Flörsheim, aber die meisten Freunde sind Schulkameraden, die aus England, Korea, Rußland oder Griechenland stammen.

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