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Frankfurter Hilton im Umbau : Zimmer mit Instagram-Sofa

Hotelchef vor Skyline: Marc Snijders in einer der renovierten Executive Rooms im Hilton in Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

Neue Möbel, neue Farben, weg mit dem Prinzip der Symmetrie: Das Hilton-Hotel an der Hochstraße in Frankfurt wird runderneuert. Ziel: eine „wohnzimmerhafte Atmosphäre“.

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          Ein Job, in dem jeder Tag Spaß am Machen bedeutet, und das an einem schönen Ort: So beschreibt Marc Snijders seine Tätigkeit und seinen Arbeitsplatz. „Ich habe das Haus geliebt, seitdem ich hier anfangen durfte“, sagt der Generaldirektor des Hilton-Hotels an der Hochstraße mitten in Frankfurt, in dem viel verändert worden ist in den vergangenen Monaten. Zwei Jahrzehnte nach der Eröffnung wird das Haus grundlegend renoviert. Die Zimmer der Kategorien Deluxe und Executive sind neu gestaltet und eingerichtet worden, bis März nächsten Jahres sollen die übrigen folgen. Außerdem erhalten Lobby, Restaurant und Bar neue Möbel und andere Anmutungen. Die bisher eher kühlen, zum Teil von Blau dominierten Töne in den öffentlichen Bereichen des Hotel sollen warmen Farben weichen. Ziel sei es, eine mehr „wohnzimmerhafte Atmosphäre“ zu schaffen, sagt Snijders.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit der Neugestaltung einhergehen soll nach dem Willen des Hotelmanagers eine kulinarisch-gastronomische Offensive, die außer Übernachtungsgäste auch wieder mehr lokales Publikum anziehen soll. Insgesamt, sagt Snijders, werde sich der Standort des Hauses in seiner Gestaltung spiegeln, was bisher nicht so gewesen sei. Die Zimmer zum Beispiel, funktional, bequem und auf die Belange von Geschäftsreisenden ausgerichtet, habe es so in anderen Hotels der Kette auch gegeben, das Hotel hätte im Grunde „überall stehen können“. Neben den Business-Kunden würden aber auch die Freizeitreisenden immer wichtiger, und die hätten andere Bedürfnisse.

          Eine haushohe Tapete

          Die Gestaltungshoheit über die Renovierung hat der britische Innenarchitekt Nick Hickson. Im Atrium wird eine Tapete über die gesamte Höhe des Gebäudes die Frankfurter Skyline aufgreifen. Die neuen Zimmer haben Holzverkleidungen, Ledersessel und statt klassischer Schreibtische ein multifunktionales Möbel. Wenn Snijders eines dieser Zimmer zeigt, hebt er das hausintern so genannte Instagram-Sofa vor den bodentiefen Fenster hervor, eine niedrige gepolsterte Bank, auf der sich viele Gäste gerne für Selfies hinstreckten. „Und sehen Sie hier“, sagt er dann und zeigt auf das Kopfende des breiten Bettes: Hickson hat sich vom Prinzip Symmetrie als Dogma für eine harmonisch wirkende Gestaltung verabschiedet. Nachttische und Lampen sind links und rechts des Bettes unterschiedlich, die optische Verbindung schaffen die Farben und Materialien.

          Ob die neuen Räume den Gästen gefallen, hat das Hotel von April bis September 2018 herausfinden lassen: Insgesamt 80 Stammgäste haben in dieser Zeit zwei Testzimmer bewohnt und dem Haus Rückmeldungen gegeben. Worüber? „Sie haben uns zum Beispiel gesagt, ob die Toilette zu tief saß, das Licht zu dunkel war, der Fernseher falsch gestanden hat“, sagt Snijders. Im Oktober vergangenen Jahres wurden dann die ersten regulären Zimmer renoviert. Die Leitlinie für alle Arbeiten fasst Snijders in einem Satz zusammen: „Es soll Design sein, aber auch praktisch sein.“

          342 Zimmer mitten in der City

          Das Hotel, das im Dezember 1998 seine ersten Gäste zu einem Einführungspreis von 199 Mark beherbergte, hat heute 150 Mitarbeiter, etliche seien seit dem ersten Tag dabei, sagt Snijders. Solche Betriebstreue ist in der Branche nicht einmalig, aber auch nicht die Regel, schon gar nicht in einer vom Wandel geprägten Stadt wie Frankfurt. In der Kommune nimmt das Hotel denn auch nicht deshalb, aber wegen seiner Lage und der Geschichte seiner Entstehung einen besonderen Platz ein.

          Die Rückseite des Hauses grenzt an die Wallanlagen, weshalb ein Teil der 342 Zimmer mitten in der City Sicht ins Grüne bietet. Für das Hotel hatte die Hilton-Kette der Stadt einst auch ein baufälliges Schwimmbad abgekauft, das „Stadtbad Mitte“; 36 Millionen Mark betrug der Gesamtpreis für das gut 6000 Quadratmeter große Baugrundstück. Das Bad betrieb Hilton ein paar Jahre lang selbst, später wurde es an den Fitnessclub im selben Gebäude verpachtet. Hotelgäste haben unentgeltlich Zutritt zu dem 25-Meter-Becken, Clubmitglieder auch. Für die Öffentlichkeit ist es unter der Woche bis 15.30 Uhr geöffnet. Diese wenn auch eingeschränkte Bademöglichkeit für jedermann ist eine Auflage der Stadt und war Bedingung für den Kauf.

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