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Immobilienspekulanten-Prozess : „Form von modernem Sklaventum“

Beste Lage: Die Verurteilten kauften Wohnhäuser, um sie zu sanieren und die Mieten zu erhöhen. Dieses Haus an der Schumannstraße im Westend gehörte dazu. Bild: Patrick Slesiona

Sie kauften Mietshäuser, Ferraris und teure Kunstwerke. Der Prozess gegen Immobilienspekulanten endet mit hohen Haftstrafen. Verurteilt werden sie wegen Steuerhinterziehung.

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          Mit Freiheitsstrafen bis zu fast fünf Jahren ist ein Prozess zu Ende gegangen, der vor allem wegen seiner Vorgeschichte für viel Aufsehen im Frankfurter Westend gesorgt hatte. Zu verantworten hatten sich fünf ehemalige Geschäftspartner um den Arzt Emanuel L., die sich auf den Erwerb von Immobilien und deren Wertsteigerung spezialisiert hatten. Bekanntestes Objekt im Portfolio ist das ehemalige Institut für vergleichende Irrelevanz der Universität am Kettenhofweg. L. hatte das lange besetzte „Ivi“ gekauft und wollte es zu einem Boarding-Haus umwandeln. Unterschiedliche Formen der Entmietung, wie die Einquartierung von Arbeitern aus Osteuropa, sollen zu den Methoden der Renditesteigerung gehört haben. In dem Quartier kam es deswegen sogar zu Demonstrationen.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Herbst 2016 wurden die Angeklagten festgenommen, Büros, Praxen und Wohnungen durchsucht. Allerdings war der öffentliche Ärger über den fragwürdigen Umgang mit Alt-Mietern nicht der Grund. Die Polizei hatte, nach Hinweisen von einer Bank wegen hoher Bargeldtransaktionen, die Telekommunikation einiger der Beschuldigten überwacht, weil man Kontakte zu Drogenhändlern vermutete. Dabei fielen Telefonate auf, die auf die Beschäftigung von Schwarzarbeitern schließen ließen.

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