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Frankfurter Immobilienmarkt : Neubauwohnungen immer teurer

Wo viele Menschen wohnen wollen, wird der Wohnraum knapp und teuer. Bild: Helmut Fricke

Der Planungsdezernent fordert eine Kehrtwende auf dem Immobilienmarkt. Mike Josef will, dass die Grunderwerbssteuer anders verteilt wird und Planungsgewinne abschöpfen.

          Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen: Die Wohnungspreise in Frankfurt sind im vergangenen Jahr abermals gestiegen. Um 13 Prozent auf 5380 Euro pro Quadratmeter für eine Neubauwohnung, wie der Gutachterausschuss für Immobilienwerte ermittelt hat. Damit schließt Frankfurt zu den teuersten Großstädten in Deutschland auf und spielt nun in einer Liga mit Stuttgart und Hamburg. Nur in München sind die Preise noch höher: Dort zahlt man im Neubau durchschnittlich 7600 Euro je Quadratmeter.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Planungsdezernent Mike Josef (SPD) fordert angesichts der Preisentwicklung nicht weniger als eine „Kehrtwende“ auf dem Immobilienmarkt. Inzwischen liege Wohneigentum für Normalverdienende außer Reichweite, sagte der Dezernent gestern auf einer Pressekonferenz zur Entwicklung der Immobilienpreise. Eigentumswohnungen seien in Frankfurt zu einem „unerschwinglichen Gut“ geworden. „Das sind schlechte Nachrichten für Menschen, die einer normal bezahlten Arbeit nachgehen.“ Die hohen Kaufpreise würden sich auch auf die Mieten auswirken.

          Besonders beliebt: die innerstädtischen Viertel

          Das Planungsdezernat sucht daher nach Wegen, um die Grundstückskosten zu senken. Das soll nicht nur durch die Schaffung von mehr Bauland gelingen. „Einen neuen Stadtteil hätten wir schon vor zehn Jahren gebraucht“, sagt der Dezernent. Josef will auch erreichen, dass die Kommune an der Steigerung der Bodenwerte bei Neubauprojekten stärker beteiligt wird. „Wir brauchen neue Instrumente, um Planungsgewinne für bezahlbaren Wohnraum abzuschöpfen.“ Ein entsprechender Grundsatzbeschluss zur Bodenpolitik wird derzeit vorbereitet. Er soll sich an den Regelungen der Stadt München orientieren. Wie dort soll es auch in Frankfurt das Ziel sein, dass ein Drittel des Wertzuwachses beim Grundstückseigentümer bleibt. Zwei Drittel will die Stadt abschöpfen, um die Infrastruktur, beispielsweise Schulen, aber auch bezahlbare Wohnungen zu finanzieren.

          Außerdem widerstrebt es der Stadt, dass die Grunderwerbssteuer allein dem Land Hessen zugute kommt. „Wir haben die ganze Arbeit bei der Bauberatung, aber die Einnahmen gehen an der Stadt vorbei“, sagt Josef. Er will, dass die Einnahmen anders verteilt werden. Allein durch den Verkauf von Wohnimmobilien in Frankfurt habe das Land im vergangenen Jahr 160Millionen Euro eingenommen. Josef hat auch schon eine Idee, wie die Stadt ihren Anteil aus den Steuereinnahmen verwenden könnte. „Wir würden das Geld in einen Bodenfonds speisen, damit die Stadt Grundstücke erwerben, selbst bebauen oder in Erbpacht vergeben kann.“

          Ein Grund für den Anstieg der Kaufpreise ist das zunehmende Angebot an Hochhauswohnungen in Frankfurt. „Diese Wohnungen sind Preistreiber“, sagt der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Michael Debus. Sie hätten zwar nur einen Marktanteil von 15 Prozent an den insgesamt verkauften Wohnungen. Weil die Wohnungen in den Türmen aber unverhältnismäßig teuer sind und 2017 im Schnitt 7230 Euro je Quadratmeter kosteten, steigt auch insgesamt der Durchschnittspreis. Im vergangenen Jahr wurden die meisten Wohnungen zu Quadratmeterpreisen zwischen 5000 und 7000Euro verkauft. „Wir erleben eine Marktverschiebung in ein höheres Preissegment“, sagt Debus. Die teuerste Wohnung, die im vergangenen Jahr verkauft wurde, lag im Henninger-Turm. Der Kaufpreis betrug rund 5,5 Millionen Euro.

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          Besonders beliebt sind die innerstädtischen Viertel. Neuer Wohnraum kostete in der Alt- und Innenstadt 6660 Euro pro Quadratmeter. Auch im Europaviertel wurden mit 6430 Euro pro Quadratmeter überdurchschnittlich hohe Preise erzielt. Nur leicht verteuert haben sich im vergangenen Jahr Altbauwohnungen, die vor 1949 errichtet wurden. Die Quadratmeterpreise stiegen um vier Prozent auf durchschnittlich 4460 Euro. Den höchsten Preissprung gab es bei Wohnungen aus der Nachkriegszeit mit einem Baujahr zwischen 1950 und 1974. Sie verteuerten sich um 17 Prozent auf 3050 Euro je Quadratmeter. Auch die Kaufpreise für Reihenmittelhäusern sind im vergangenen Jahr stark gestiegen. Sie verteuerten sich im Neubau um neun Prozent auf 854000Euro.

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