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Im Porträt: Odette Maniema Krempin : Prinzessin, Designerin, Konsulin

Leuchtend rote Lippen, blitzend weiße Zähne, tiefdunkle Haut, langes schwarzes Haar: Prinzessin Odette Maniema Krempin, Honorarkonsulin der Demokratischen Republik Kongo und Modemacherin Bild:

Odette Maniema Krempin ist Spross einer kongolesischen Adelsfamilie und erfolgreiche Modeschöpferin mit Ateliers in Kinshasa und Windhoek. In Frankfurt vertritt sie ihr Land als Honorarkonsulin. Zudem will sie mit ihrem Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk helfen.

          Makellos. Das ist der erste Eindruck. Prinzessin Odette Maniema Krempin hat ein perfektes Lächeln. Leuchtend rote Lippen, blitzend weiße Zähne, tiefdunkle Haut, langes schwarzes Haar und ein lila Kostüm. Dazu trägt sie Netzstrümpfe, schwarze Stiefel mit Stilettoabsätzen und üppigen Goldschmuck. „Ich möchte meinem Land helfen“, sagt die Zweiunddreißigjährige, lehnt sich zurück in die elfenbeinfarbene Ledergarnitur, schlägt die Beine übereinander - und lächelt.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ihr Land, das ist Kongo. Genauer: die Demokratische Republik Kongo, das frühere Zaire. Dort ist sie 1976 im Osten des Landes geboren. Als dritte von fünf Töchtern, in ein Adelsgeschlecht, dessen Geschichte bis zum Lula-Königreich im 16. Jahrhundert zurückreicht. Sie fühlt sich ihrer Heimat verbunden, der Provinz Maniema, die sie im Namen trägt und die in den vergangenen zehn Jahren fast ebenso unter dem mörderischen Bürgerkrieg gelitten hat wie die beiden benachbarten Kivu-Provinzen. Sie fühlt sich ihr verbunden, obwohl sie schon lange nicht mehr dort lebt - und obwohl sich kaum eine größere Distanz denken lässt zwischen den Verhältnissen dort und ihrem makellos weißen Büro an der Hochstraße mit seinem schönen Blick auf den Eschenheimer Turm.

          Ateliers in Kinshasa und Windhoek

          Prinzessin Odette Maniema Krempin hat Kongo schon als Kind verlassen. Als sie acht Jahre alt war, zog der Vater - „ein Geschäftsmann“ - mit seiner Frau und den fünf Töchtern nach Paris. Dort ist sie zur Schule gegangen, dort hat sie ihr Faible für die Mode entdeckt, und dort und in Marrakesch hat sie sich zur Textilingenieurin und Designerin ausbilden lassen. Heute betreibt sie Ateliers in Kinshasa und in der namibischen Hauptstadt Windhoek mit 80 beziehungsweise 60 Angestellten. In ganz Afrika werde ihre Mode getragen, sagt sie. Mit regelmäßigen Besuchen behält sie ihr „Geschäft“ im Griff - „ich selbst designe aber nur noch für ganz wichtige Kunden“.

          Die Honorarkonsulin zeigt eine Vorliebe für üppigen Goldschmuck, gerne mit Edelsteinen besetzt

          Vor drei Jahren ist die Prinzessin nach Frankfurt gekommen - „aus persönlichen Gründen“. Zu den sieben Sprachen, die sie schon beherrschte, ist Deutsch hinzugekommen. Sie spricht es erstaunlich flüssig und fehlerfrei . Mit ihrem 13 Jahre alten Sohn Max wohnt sie am Lohrberg in Seckbach. Ihr Mann, ein Deutscher, sei in der Metallindustrie tätig, sagt sie. „Ein Global Player.“ In ein paar Tagen erwartet sie noch Edward in Frankfurt. Sie hat den Neunjährigen vor einigen Jahren in einem Kinderheim in ihrer Heimat kennengelernt und jetzt adoptiert.

          200.000 Euro für guten Zweck gespendet

          Die Kinder Kongos liegen der jungen Frau am Herzen. Und nicht nur die. Schon seit einigen Jahren unterstützt sie Waisenhäuser und Schulen in Maniema und ermöglicht 120 Kindern den Schulbesuch. Das ist gewissermaßen ihr persönlicher Beitrag. Mit ihrem 2006 gegründeten Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk aber will sie mehr. 200.000 Euro Startkapital hat sie dem gemeinnützigen Verein zur Verfügung gestellt. Davon werden auf der einen Seite vier Schulen in Kongo saniert und die Schulgebühren für rund 1500 Kinder gezahlt, auf der anderen Seite bietet das Jugendwerk in den drei Frankfurter Stadtteilen Gallus, Nied und Frankfurter Berg Hausaufgabenhilfe und Sprachförderung - „für alle Kinder, egal, woher sie kommen“.

          Seit einigen Monaten gehört Prinzessin Odette Maniema Krempin nun auch dem konsularischen Korps in Frankfurt an. An der Wand hinter ihrem Schreibtisch hängt zwischen zwei Fenstern ein großes Porträt von Joseph Kabila. Der Präsident habe sie persönlich gefragt, ob sie Honorarkonsulin von Kongo in Frankfurt werden wolle, erzählt sie stolz. Und natürlich habe sie zugestimmt. Auf diese Weise könne sie schließlich etwas für ihre Heimat tun - und für die rund 4000 Landsleute, die nach ihren Schätzungen in Hessen leben. Zurück nach Paris zieht es sie nicht. Viel zu groß und zu laut findet sie die Metropole an der Seine. Frankfurt, meint sie, sei ideal: kosmopolitisch und international, aber nicht zu groß und unübersichtlich. Wie geschaffen für jemanden wie sie.

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