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Im Gespräch: Marika Kilius, ehemalige Eisprinzessin : „Ich war gar nicht so ehrgeizig“

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"Wenn ich heute noch meiner Enkelin eine Übung vormache, sagt die nur staunend: „Oh, mein Gott.“
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          Marika Kilius zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Sportlerinnen. Sie will eine eigene Kosmetik-Serie auf den Markt bringen: „Ich fange erst einmal mit drei Produkten an: Tagescreme, Nachtcreme und Anti-Aging.“ Und ihre Enkelin staunt, was sie ihr in Sachen Gelenkigkeit noch alles vormachen kann, wie sie im Interview sagt.

          Frau Kilius, werden Sie heute noch oft erkannt und angesprochen?

          Ja.

          „Für eine Frau ist Holiday on Ice schon ein Traumberuf.”
          „Für eine Frau ist Holiday on Ice schon ein Traumberuf.” : Bild: Julia Zimmermann

          Gefällt Ihnen das?

          Ja, mir war das eigentlich nie unangenehm.

          Nach so langer Zeit.

          Wobei ich ja erst 1988 richtig aufgehört habe. In der Zeit bei „Holiday on Ice“ haben uns viel mehr Menschen gesehen als in den Jahren unserer sportlichen Wettkämpfe.

          Haben Sie das gern gemacht, bei „Holiday on Ice“ aufzutreten?

          Für eine Frau ist das schon ein Traumberuf. Das war ja nicht mal so nebenbei, das war eine richtig professionell eingeübte Show mit tollen Kostümen, mit Chorus, mit Profi-Choreographie. Heute ist das nicht mehr so doll.

          Sie sind als Kind ja sehr leistungsbezogen erzogen worden. Oder waren Sie von sich aus ehrgeizig?

          Sehr schwierige Frage. Ich kannte es ja gar nicht anders. Ich hab mit zweieinhalb Jahren mit Rollschuhlaufen angefangen. Da kann ich kaum noch auseinanderhalten, ob ich dahintersteckte oder ob es meine Eltern waren.

          Ihre Mutter war so eine typische Eislaufmutti, voller Ehrgeiz für ihr Kind?

          Ja. Meine Mutter, die eine wirklich super Hutmacherin war und tolle Kunden hatte, war schon sehr erfolgsorientiert. Sie hat mich ja nach Marika Rökk benannt und hatte Marika Rökk auch angeschrieben, ob sie diesen damals seltenen Namen für ihre Tochter verwenden dürfe. Sie hat auch freundlich zurückgeschrieben.

          Dieser Vorname war also Ihr Lebensprogramm.

          Ja. Und das hab ich ja dann auch für meine Mutter gut durchgezogen.

          Aber eine solche Sportlerkarriere wie Ihre – zweimal Weltmeister, zweimal Silber bei Olympia, sechsmal Europameister – hält man doch nicht ohne eigenen Ehrgeiz durch. Man kann sich ja nicht permanent zum Training zwingen.

          Doch. Ich war gar nicht so ehrgeizig, ich war halt nur sehr talentiert, das hat wahnsinnig geholfen.

          Aber waren Sie nicht bei beiden Ihrer Partner – erst Franz Ningel und dann bei Hans-Jürgen Bäumler – die treibende Kraft?

          Nein, beim Franz nicht. Der Franz war der Führende, absolut. Aber als Paar waren wir nur Vierte bei Olympia, während ich allein die Weltmeisterschaft im Rollschuhlauf geholt habe.

          Als Sie als Kind so viel trainieren mussten, wie war das? Haben Sie sich davor gegraust, oder sind Sie unheimlich gern zum Training gegangen?

          Also unheimlich gern auf keinen Fall. Aber ich ging immer noch lieber hin als zum Ballett, das war so ’ne Kautschuk-Ausbildung mit viel Dehnung, aber letztlich gut, weil ich bis heute noch sehr gelenkig bin. Wenn ich heute noch meiner Enkelin eine Übung vormache, sagt die nur staunend: „Oh, mein Gott.“

          Wie oft haben Sie trainiert?

          Jeden Tag. Das macht man heute nicht mehr so.

          Wie viele Stunden?

          Meine Mutter ist mit mir ganz sicher ab 4 Uhr nachmittags auf die Rollschuhbahn – bis sie zugemacht hat, da war’s 10. Und mein Vater hat mich im Winter nach Bad Nauheim gefahren, da konnten wir abends von 10 bis 12 trainieren, wenn das Publikum aus der Halle war.

          Wenn man Ihre Kindheit mit der von Kindern heute vergleicht – da gibt es immer die Klage, die Kinder hätten zu viel zu tun.

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